Folge 18 - Heartprint statt Hochglanzbroschüre: Nachhaltigkeitskultur an Hochschulen
Shownotes
Nachhaltigkeit steht in den Strategiepapieren fast jeder Hochschule. Aber wie kommt das Thema vom Papier in den Alltag – und vom Alltag in die Köpfe? In dieser Folge schauen wir hinter die Kulissen von Hochschulen, die Nachhaltigkeit nicht nur berichten, sondern leben wollen. Denn ein 80-seitiger Nachhaltigkeitsbericht ist noch keine Transformation. Er ist ein Anfang – mehr nicht. Wir sprechen mit Katrin Greve von der Uni Hamburg und Alexander Balow von 2020 – Agentur für Nachhaltigkeit darüber, was es braucht, um das Thema wirklich in der Organisation zu verankern. Und darüber, warum gute Kommunikation auch den Mut erfordert, über Zielkonflikte und Rückschläge zu sprechen, wie man Studierende als glaubwürdige Akteur:innen einbindet und warum der Weg zur nachhaltigen Hochschule immer im Inneren beginnen muss.
Die Stimmen in Folge 18 Katrin Greve Leiterin Kommunikation und Marketing Uni Hamburg 🔗https://www.uni-hamburg.de/uhh/organisation/praesidialverwaltung/kommunikation/abteilungsstruktur.html LinkedIn https://www.linkedin.com/in/katrin-greve-hh/ Alexander Balow Stratege Nachhaltigkeitskommunikation Agentur 2020 🔗 https://2020.de/ LinkedIn:https://www.linkedin.com/in/alexandervbalow/
Ina Teloudis Redakteurin und Moderatorin MANDARIN EDU – Agentur für Bildungsmarketing 🔗 www.mandarin-edu.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ina-teloudis-3679b4a2/
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00:00:03: Insight Hochschulkommunikation von Expertinnen für Experten.
00:00:10: Alles rund um Kommunikations-PR, Marketing und Digitalisierung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
00:00:18: Powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin Edu!
00:00:24: Ja es geht los mit Folge Achtzehn.
00:00:26: Herzlich willkommen ich bin Ina Thiloudes.
00:00:28: schön dass ihr wieder dabei seid bei Insight H.A.R.K.O.M dem Podcast für alle die Hochschule in Wissenschaftskommunikanen gestalten und vor allem auch ein bisschen weiter denken wollen.
00:00:37: Unser Thema für Folge achtzehn ist eines, der es mittlerweile fast in jedem Leib mit einer Hochschule auf jeden Fall steht.
00:00:43: Nämlich das Thema Nachhaltigkeit von achtzig Seiten PDF in der Schublade bis hin zu dem was auf Social Media vielleicht bei externen Stakeholders oder auf den Campus auch wirklich ankommt.
00:00:54: wie kommunizieren wir Nachhaltigkeiten?
00:00:55: Wie gehen wir damit um dass die Erwartungen und Transparenz intern aber auch vor allem extern massiv steigen?
00:01:01: Das klären wir heute mit zwei Gästen aus Hamburg und Schwerin digital zugeschaltet.
00:01:05: Das ist einmal Katrin Gräwe von der Uni Hamburg, hallo!
00:01:09: Hallo, freu mich dabei zu sein?
00:01:11: Und das ist aus der Mandarin-Agenturfamilie Alexander Barlow von twenty-twanzig Agentur für Nachhaltigkeit und Kommunikation, halo Alex!
00:01:18: Hallo zusammen.
00:01:20: So, Katrin stellt dich doch bitte einmal kurz
00:01:22: vor
00:01:23: wer bist du was ist dein täglich Brot und wie blickst Du auf das Thema nachhaltigkeit?
00:01:27: Ja, vielen Dank.
00:01:28: Ich genau bin Katrin und leite die Abteilung Kommunikation & Marketing der Universität Hamburg das auch schon seit einigen Jahren.
00:01:35: ich bin schon recht lange im Wiskom- und Hochschulkom-Zirkus unterwegs.
00:01:39: Ich habe in dem Bereich auch involontiert war damals bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und bin dann nach Berlin gegangen ins dortige Wissenschaftsministerium als Sprecherin und hatte dann in den letzten Jahren die Gelegenheit die Leitung der Kommunikationsabteilungen zu übernehmen.
00:01:53: also von daher eine alte Hase in diesem ganzen Zirkus.
00:01:57: Alexander, magst du noch einmal ausholen?
00:01:59: Ja.
00:02:00: Alexander ich komme eigentlich aus der Kommunikation.
00:02:04: Ich habe mal den Beruf des Journalisten gelernt und mich frühzeitig mit so Transformationskommunikation beschäftigt Und bin zu dem Thema Nachhaltigkeit eigentlich tatsächlich sehr intrinsisch motiviert gekommen.
00:02:17: Ich hab drei Töchter und die große Töchter stand irgendwann mit großen Augen vor mir und fragte was tust Du eigentlich für diese Welt?
00:02:27: und das war halt so ein Ausgangspunkt.
00:02:29: Für mich Dinge, die mich betreffen zu hinterfragen und letztlich auch zu dem Punkt zu kommen wo habe ich eigentlich einen Hebel?
00:02:36: Und mein Hebel als Kommunikator habe ich tatsächlich in diesem Thema gesehen und glaube dass sich durch das was ich jetzt auch zum Inhalt meines Jobs gemacht habe tatsächlich auch also Neudeutsch sagen wir mal Impact zu haben und genau an diesem Thema arbeiten zu können.
00:02:53: Bevor wir jetzt kopfüber ins ganz tiefe Nachhaltigkeitswasser springen, lass uns einmal kurz die Begrifflichkeiten besprechen.
00:03:00: Nachhaltigkeit ist ja ein Begriff der alles und nichts bedeuten kann.
00:03:03: Wie definiert ihr das für euch persönlich?
00:03:06: Wenn ich beginnen darf würde ich gerne das Schlagwort der Transformation aufnehmen denn dass es für uns als Universität Stichwort nicht persönlich sondern sozusagen für die Institution für die ich tätig bin ein ganz wichtiges Stichwort Wir haben in unserem Leitbild verankert die digitale Transformation Und für uns ist eben das die Twin Transformation aus Nachhaltigkeit und Digitalisierung.
00:03:29: Genauso leben wir auch den ganzen Komplex der Nachhaltigkeit, dass es bei uns nicht nur ein Begleitendes Kommunikationsthema ist sondern ein echtes Organisationsprinzip wie wir uns als Institution auf diesem Weg machen angelehnt an die SDGs und angelehmt wirklich an das große Bild der nachhaltigkeit von der Biodiversität zum Klimawandel, aber auch eben wirklich für die Governance sag ich jetzt mal.
00:03:57: Auf einmal stößt man ja auf so eine Definition von Nachhaltigkeit, die entweder sehr Zahlen getrieben ist wenn es darum geht das Thema Energie und Energieeffizienz oder PV-Anlage auf dem Dach oder ich weiß nicht was da rein zu packen oder das andere Extrem ist oftmals so Bienchen Blümchen, Bäumchen sagen wir dann.
00:04:18: Also der Kompensation wegen ohne Strategie und Katrin hat es eben schon sehr schön angetippt für mich sind halt auch die siebzehn SDGs so der Nordstern weil die aus meiner Sicht tatsächlich ein sehr umfassendes Bild geben was Nachhaltigkeit alles beinhaltet inkludiert und dass wir eben nicht nur über das Thema Energie, Effizienz oder Wasserverbrauch also zählen Messen wiegen sprechen sondern halt auch viel über oftmals softe Faktoren.
00:04:53: Also das Miteinander, das soziale Diversität geschlechtergerechtigkeit Bildung usw.
00:05:01: Und es ist ein extrem großer Bereich aber die siebzehn Ziele-Clusterns aus meiner Sicht eigentlich ziemlich gut.
00:05:08: Ich würde gerne noch einen Punkt ergänzen, denn das sind für uns ja auch wie ich schon sagte die siebzehn SDGs.
00:05:14: Aber was mich ganz besonders freut ist dass wir seitdem wir unsere Sustainability Officerin Laura Marie Edinger Schoens haben Sie eben wirklich vier Wirkungsbereiche sozusagen bei uns etabliert hat an der Universität und das es eben wie du gerade sagtest zum ein natürlich der footprint also die wirklich zu messenden Auswirkungen im Energiebereich insbesondere aber eben halt auch der Handprint als wirkliches, nachhaltige Entwicklung in Lehre und Forschung.
00:05:42: Dann natürlich der Brainprint den wir als Universität die auch ein Klimaexzellenzklaster hat in dem Bereich.
00:05:49: Und dann aber viertens – und das ist erst jüngst bei uns ergänzt worden – das Thema Hard Print!
00:05:54: Das finde ich wirklich... Also da hat sie mich mit dieser Idee nochmal verstärkt gepackt eben wirklich diese Organisationskultur der Nachhaltigkeit stärker zu verankern Und eben nicht immer nur auf die Bienen und die Blumen oder die Emission zu achten, sondern auch wirklich sich mit diesem ganzheitlichen Verständnis einer Organisation oder auch eines Individuums auseinanderzusetzen.
00:06:16: Das ist ja ein unglaublich breites Feld.
00:06:19: also ich sehe da ganz viele Tutus, ganz viel Abstimmung.
00:06:23: Wie seid ihr da aufgestellt in Hamburg?
00:06:25: Personell auch!
00:06:26: Also ressourcenmäßig ist das ja irres Brett.
00:06:29: Das ist vermutlich ein irres Brett, aber das ist bei uns jetzt nicht etwas wo man sagen würde es gibt jetzt einen extra Team was nur Nachhaltigkeitskommunikation macht.
00:06:37: Sondern im Prinzip ist die Nachhaltigkeit bei uns wirklich in der Kommunikations-DNA verankert und dass eben in jeglicher Hinsicht in der internen Kommunikation, in der externen kommunikation In der Wissenschaftskommunikation Und ich glaube wir haben stark begonnen gerade im Bereich der interren KommunikATION und des Community Managements dort wirklich die ersten Akzente zu setzen, weil wir einfach verstanden haben dass sozusagen Nachhaltigkeit ist eben ein Kommunikationsprojekt was zunächst innen anfangen muss damit wir eine Community schaffen die eine breite Basis und ein breites Verständnis von Nachhaltigkeit als wirkliches Kernelement einer Strategie beinhaltet.
00:07:18: Und das dann auch gelebt wird.
00:07:19: und danach sind wir dann so sagen sehr stark in die externe Kommunikation gegangen bespielen eben natürlich dementsprechend unsere Kanäle.
00:07:28: Aber ich würde sagen, es ist nicht... Du fragtest ja im Sinne der Ausstattung wir unterstützen unser Sustainability Office ganz stark darin über all unseren Kanälen und überall unsere Kommunikationsmaßnahmen möglichst das Beste aus diesem Thema herauszuholen.
00:07:44: Ich habe da gleich eine Frage zum Thema Strategie weil du das gerade angetippt hast.
00:07:48: Das ist bei euch auch ein sehr großes Papier Womit ich das nicht diskreditieren will, aber wo ihr ja sehr umfangreich auch genau das darlegt.
00:07:57: Wo ihr hin wollt?
00:07:58: Ich glaube, fifty-fünfzig Ziele über hundert Maßnahmen.
00:08:01: Wie stellt ihr denn sicher oder wie erzählt ihr denn diese Geschichte ohne dass die Leute nach Seite drei dann aussteigen?
00:08:06: also was ist euer roter Faden?
00:08:08: Wie bindet ihr Menschen auch an diese Strategie?
00:08:12: begeistert sie, um genau diese Community oder in dieser Community auch die Resonanz zu erzählen, die das Thema letztlich braucht, um auch getragen zu werden?
00:08:21: Ich würde sagen, das sind vor allen Dingen die Menschen, die das Ganze tragen.
00:08:24: Also natürlich gibt es unsere Nachhaltigkeitsstrategie, das übergeordnete Ziel und darunter fungieren eben unterschiedliche Teilstrategien und einzelne ganz konkrete Maßnahmen.
00:08:35: Und es ist uns glaube ich oder dem Sustainability Office sehr gut gelungen In recht kleinen Seeds zu denken, in der Zusammenarbeit.
00:08:43: die sehr interdisziplinär und auch sehr heterogen aufgestellten Arbeitsgruppen haben wirklich gemeinsam in einem Botton-Abverfahren sich überlegt was könnten erste Maßnahmen sein wie könnten wir sozusagen erste Schritte gehen?
00:08:55: Die dann alle am Ende auf eine Nachhaltigkeitsstrategie natürlich einzahlen.
00:09:00: Ja, es ist eine Herausforderung glaube ich gerade auch on the long run da den Atem immer auch zu haben für eben solche Projekte.
00:09:09: Aber wir haben sehr viele kurze kleine Encentives sozusagen gesetzt.
00:09:13: Wir haben ein Tiny House bei uns auf dem Campus innerhalb kürzester Zeit etablieren können.
00:09:18: Ein wirkliches... Ich nenne es immer so wie Stadtteilzentrum, was da geschaffen wurde.
00:09:24: Wo wirklich eben Begegnungsraum ist und wo man ganz niedrigschwellig einfach in den Austausch kommen kann.
00:09:28: Und dahingehend sind sehr viele Maßnahmen einfach entstanden die dann auch sich immer weiter durch uns und durch die Kommunikation verstärkt eben in die Institutionen so langsam rein wachsen und einfach auch gelebt werden.
00:09:42: Ihr habt ja mit der CSO und dem Sustainability Office und ich glaube es gibt auch ein studentisches Green Office wenn ich da richtig informiert bin Dein Team in der Kommunikation, das sind ja mehrere beteiligte Rollen und auch mehrere beteiligte Menschen.
00:09:59: Wie habt ihr euch darauf geeinigt?
00:10:00: Wer auf welchen Teil dieser Geschichte erzählt?
00:10:03: also wie arbeitet ihr da miteinander?
00:10:05: ich glaube dass es in dieser Größe auch tatsächlich etwas was nicht sofort gelingt.
00:10:11: Also wie habt ihr Euch da auch entwickelt um diese Geschichte aus den unterschiedlichen Perspektiven auch erzählen zu können?
00:10:18: Wir haben eine ganz aktive Arbeitsgruppe für diesen Bereich, wo eben verschiedene Leute auch aus meinem Team mit dem Sustainability Office permanent eigentlich im Austausch stehen.
00:10:29: Wir sind auch mit Laura permanent im Austausch weil natürlich sie auch vor uns nicht nur einer wichtige Stakeholderin ist sondern natürlich Influencerinnen.
00:10:37: Sie hat einfach auch eine sehr große Reichweite und wir unterstützen sie in der ihrer eigenen Kommunikationsarbeit intern wie extern.
00:10:45: Und am Ende ist es, glaube ich, ein permanentes sich austauschen und immer wieder zu versuchen.
00:10:50: Wo könnte man wirkliche Stories finden?
00:10:53: Wie könnte man nicht nur eine Veranstaltung bewerben sondern wo könnte man auch Akzente setzen?
00:10:57: und so haben wir eben eine Reihe von Kommunikationsformaten entwickelt unter anderem die Faces of Sustainability, wo wir eben wirklich die Personen hinter den Stories eben auch vorstellen.
00:11:08: und ja das ist eigentlich unser tägliches Doing.
00:11:12: Was sind denn die Formate, die besonders gut ankommen
00:11:16: Formate, die wirklich Person in den Vordergrund stellen.
00:11:18: Ich glaube gerade für das Thema auch der Studierendenkommunikation – auch das was wir auf Social Media machen ist es einfach entscheidend, dass eben nicht nur das Berichtswesen dementsprechend über die Pressearbeit oder eine PR-Arbeit skizziert wird sondern dass wir wirklich echte Maßnahmen, echte Projekte, vielleicht auch Erfolge und eben echtes Stakeholder vorstellen.
00:11:39: und dort ist das Green Office angesprochen.
00:11:41: darüber gelingt es uns wirklich auch dieses Thema innerhalb der Studienenschaft sehr breit zu verankern.
00:11:47: Und ich würde sagen, die Leute haben einfach auch das Gefühl sie werden gesehen und sie werden auch gewertschätzt durch die begleitende Kommunikation weil wir schon auch wirklich jedes mal versuchen all das also unsere gesamte Kommunikationsstrategie halt auch de facto zu labeln und nicht nur explizit etwas zur Nachhaltigkeit zu machen sondern diese Kriterien gelten auch für unser gesamtes Kommunikierungsarbeit.
00:12:11: Ihr seid ja in einem Nachhaltigkeits-Ranking, die Nummer eins kürzlich geworden.
00:12:16: Das heißt ganz offensichtlich läuft da vieles richtig und sehr gut wenn man auch bedenkt dass ich glaube achtzig Prozent der deutschen Hochschulen nachhaltigkeit mittlerweile auf strukturell verankert haben.
00:12:27: für mich stellt sich dann immer die Frage hilft so eine Platzierung in der Kommunikation oder erzeugt sie eher Erwartungsdruck?
00:12:34: Gucken Leute besonders aufmerksam hin was ist da deine Erfahrung?
00:12:38: Ich glaube, beides ist ja immer die Frage.
00:12:40: Die Nachhaltigkeits-Rankings oder ansonsten irgendwelche Nachhaltighatsberichte, Klimaschutzbericht
00:12:46: etc.,
00:12:46: haben natürlich eine andere Wirkung in einer anderen Zielgruppe auch.
00:12:50: Sie sind da entscheidend, dass wir eben mit unseren Themen – das haben wir beim Audit nachhaltigkeit der HRK nochmal ganz klar zeigen dürfen und bestätigt bekommen -, dass wir natürlich da einen großen Impact auch haben was zum Beispiel des Thema Politikberatung angeht Mitarbeit in Entscheidungsgremien angeht etc.
00:13:08: Dafür sind natürlich solche Rankings ganz entscheidend und wichtig.
00:13:12: Und an anderer Stelle sind es eben doch eher die etwas kleineren Beiträge, die vielleicht nicht mit so einer großen Wirkung von was heißt jetzt genau eine Nachhaltigkeitsstrategie seit vielen Jahren umzusetzen und diese immer wieder im Sinne auf Impact-Wirkung zu analysieren.
00:13:30: Sondern es sind eben wirklich die kleinen Formate, die halt auch sichtbar sind.
00:13:33: Auch Campusveränderungen, die sichtbaar sind... ...eben neue Studiengänge, die wir im Sinne der Nachhaltigkeit ins Leben gerufen haben Das sind eben auch Dinge auf die ganz besonders dann auch geschaut wird.
00:13:44: Nun passiert ja auf so einem Weg insbesondere wenn's um Strategien und Berichte geht Insbesondere wenn man zeitlich auch ziemlich weit vorne ist Passieren da auch Dinge, die nicht immer sofort klappen oder wo es einfach mal schiefgeht.
00:13:58: Wie geht ihr damit um?
00:13:59: Habt ihr da eine funktionierende Fehlerkultur, habt ihr euch rangetastet oder habt ihr erst das fertige Ergebnis gezeigt und möchtet über euren Weg die Kleinstolper stellen vielleicht gar nicht so viel Preis geben.
00:14:11: Das ist ein interessanter Punkt den du da anspricht.
00:14:13: ich glaube wir sind da gerade an einem Veränderungspunkt angekommen dass gute Nachhaltigkeits- kommunikation sich eben nicht nur in Erfolgen zeigt sondern auch im Prinzip Fails oder Konflikte skizzieren sollte.
00:14:26: Und wir sind schon dabei, dass wir auch Herausforderungen, die wir zum Beispiel vielleicht auch in der Verwaltung haben.
00:14:31: Also in der Governance oder Personalstrukturen
00:14:34: etc.,
00:14:35: oder Zielkonflikte, die es einfach gibt aufgrund anderer Rahmenbedingung, die eine öffentlich geförderte Institution hat, das wir schon damit auch versuchen noch objektiver und auch ehrlicher umzugehen.
00:14:47: Weil wir einfach glauben, die Glaubwürdigkeit entsteht am Ende nicht nur durch Hochglanz schon gar nicht zum Thema Nachhaltigkeit, sondern eher durch die Reflektionsfähigkeit und das auch zu skizzieren.
00:15:00: Und auch so sagen wir gehen ja einen Transformationsprozess und Transformation heißt eben auch Veränderung und heißt nicht ein fertiges Ergebnis oder Bild zu präsentieren.
00:15:10: aber ich würde schon sagen da ist noch ein bisschen Luft nach oben.
00:15:14: Da könnten wir bestimmt auch noch ehrlicher sein.
00:15:17: Alexander, das ist doch bestimmt ein Punkt den du gerade angesprochen hast.
00:15:20: Der dir ganz oft begegnet in deiner Arbeit oder?
00:15:23: Also dass Leute auch denken, ja nee man isst es ja auch so gewohnt ne in der Kommunikation Dass man eigentlich wirklich nur mit Dingen rausgeht oder Das ist jetzt genau das was wir erreichen wollten.
00:15:34: und er sagt ja keiner gerne Ja wir haben's versucht aber es hat nicht geklappt.
00:15:38: Wie berätest Du da?
00:15:40: also ich bin ja mein großer Freund von Ehrlichkeit Offenheit und Transparenz in der kommunikation.
00:15:45: Ich glaube, dass es wichtig ist gerade bei diesem Thema weil es auch noch ein relativ frisches Thema ist.
00:15:52: Weil es ein neues Thema ist, weil es noch nicht überall besonders viele Erfahrungen gibt auch den Prozess aufzuzeigen.
00:15:58: das ist für mich Teil des Handabdrucks.
00:15:59: also nicht nur die Messbarkeit zu zeigen von Dingen sondern halt auch anderen damit eine Inspiration zu geben was funktioniert oder was auch eben genau nicht.
00:16:09: Also ich finde überhaupt nicht negativ auch über Rückschläge zu berichten, wenn man es richtig tut.
00:16:16: Wenn man halt an der Stelle das gut frame'n und wenn man's gut einsortiert daraus seine eigenen Learnings zieht.
00:16:23: aber das kommt natürlich immer auf den Gesamtkontext an.
00:16:25: Wenn ich grundsätzlich in meinem Unternehmen eher eine sehr defensive Kommunikationsstrategie fahre kann ich natürlich nicht bei dem Thema jetzt komplett die Hosen runterlassen.
00:16:33: Das ist klar!
00:16:35: Aber wir haben es halt auch schon erlebt, dass im Kontext mit Nachhaltigkeitsprojekten auch Veränderungen tatsächlich in der Kommunikation stattfinden.
00:16:43: Weil man auch verstanden hat das diese Offenheit und Transparenz auch etwas ist was Menschen ja einander vielleicht auch emotional näher bringt und auch Menschen an Marken, an Unternehmen näherbringt.
00:16:56: Weil man halt tatsächlich ehrlich und eben nicht hochglanz wie Katrin das auch beschrieben hat unterwegs ist sondern auch die Dinge zeigt, die wirklich passieren.
00:17:05: Und Fehler passieren, Scheitern passiert.
00:17:08: Das Entscheidende ist ja nicht dass es passiert, sondern was ich daraus mache.
00:17:13: Da ist fast unabhängig davon ob das ein DAX-Konzern oder ein kleines mittelständisches Unternehmen Da gibt es viele Parallelen, wie gesagt.
00:17:21: Meine Empfehlung ist immer oder mein Wunsch auch, dort transparent und auf Augenhöhe mit der Zielgruppe zu kommunizieren, weil ich glaube das hat den größten Nutzen für alle und fürs Thema.
00:17:33: Zumal ja die Zielgruppen auch ganz unterschiedlich zu behandeln sind an dieser Stelle.
00:17:37: Es sind wahnsinnig unterschiedliche Zielgruppene, die alle was erwarten, was wissen wollen, was einfordern vielleicht auch.
00:17:44: Das zu sortieren ist eine riesige Aufgabe?
00:17:49: Wir merken das natürlich auch.
00:17:52: Ich habe schon das Gefühl, dass können wir zumindest auf unseren Social-Media Kanälen doch durchaus beobachten, dass zum Teil das Interesse in den letzten Monaten nicht immer ganz so hoch war wie noch vor einigen Jahren und dass man dann auch versuchen muss trotzdem die Community zu erreichen diese wirklich sich so durchzieht, dass das am Ende schon ein Kriterium ist zu sagen.
00:18:19: Also mit solchen Stories brauchen wir jetzt gar nicht mehr kommen und ich glaube es auch ganz wichtig jetzt da nicht nachzulassen denn vor zwei Tagen hat es Jan Martin Viarder gerade in seinem Blogbeitrag geschrieben zum Thema ... also seinen Essay zum Thema trügerische Sehnsucht nach dem Kern der Wissenschaft und er sprach auch das Thema Nachhaltigkeit an und Diversität etc... sich dieser Kritik vielleicht oder aufkommenden Kritik zu stellen, so sagen naja es ist Nachhaltigkeit jetzt nicht wirklich nur irgendein Mode-Randthema und wir müssen mal wieder zum Kern dazu kommen.
00:18:50: Also genau umgekehrt ist das unser Ziel und ich denke dass sollte von uns allen sein, dass eben Nachhaltigkeiten nicht ein Nebenzweck ist sondern natürlich ganz klar auch Voraussetzung für exzellente Wissenschaft, Forschung, Lehre und Transfer.
00:19:03: Und dass wir da auf gar keinen Fall nachlassen werden auch wenn es uns vielleicht manchmal nicht gelingt dafür die Aufmerksamkeit zu schaffen.
00:19:10: Transfer ist ein super Stichwort weil.
00:19:12: die Frage habe ich mir auch gestellt und die würde ich dir gerne stellen.
00:19:15: Katrin ihr seid mit diesem Thema ziemlich weit vorne und das unheimlich viel Wissen.
00:19:20: da was ich mich gefragt habe gibt's eigentlich Formate oder Möglichkeiten, wo ihr auch mit anderen Einrichtungen oder Unternehmen oder Kommunen zusammenarbeitet.
00:19:30: Die da vielleicht auch ein Stück weit wissenschaftliche Rückendeckung suchen.
00:19:35: Als Hintergrund ist tatsächlich uns, wo wir in der kommunalen Wärmeplanung unterwegs sind.
00:19:40: Neunzehn Gemeinden die sich dort zusammengetan haben es wirklich ein sehr großes Projekt.
00:19:44: Wir arbeiten aber auch für Stadtwerke und Zweckverbände im Bereich Nachhaltigkeitskommunikation Und da erlebe ich das häufiger mal dass man halt sich so irgendwie nochmal Impulse oder auch Erfahrungen aus der Wissenschaft sucht.
00:19:57: Ich habe mich gefragt ob es bei euch da Zusammenarbeit oder Formate sogar gibt wo ihr das regelmäßig nutzen könnt, um diesen Transferhalt zu ermöglichen?
00:20:06: Also auf jeden Fall ist die Third Mission bei uns ganz klar auch mit der Nachhaltigkeit verbunden und ein ganz wichtiger Auftrag für uns.
00:20:13: Wir haben auch in dem Bereich Co-Creation zum Beispiel was bei uns die Transfergentur verantwortet sehr viel Austausch mit wie du es gesagt hattest mit kommunalen Institutionen mit Verbänden
00:20:23: etc.,
00:20:23: wo auch diese Themennachhaltigkeit aber auch Biodiversität aber auch das Thema Resilienzdemokratieverständnis.
00:20:32: Wir haben ja vorhin darüber gesprochen, was heißt denn der Begriff Nachhaltigkeit.
00:20:36: Dieses Thema immer wieder eine Rolle spielt und wir unterschiedliche Formate, Begegnungsformate geschaffen haben und die permanent bei uns auch bespielen, wo wir eben genau schauen, was braucht es eigentlich um solche Dinge noch stärker zu verankern?
00:20:50: Auch das Thema natürlich Stichwort Schule – Was braucht es auch um so etwas noch stärkere in den Lehrplanen von Schulen zu integrieren?
00:20:59: Viele Schulen haben sich schon auf dem Weg gemacht sind Nachhaltigkeitsschulen geworden oder sind auf dem Weg eine zu werden, haben sich ebenfalls den SDGs verschrieben und da sind wir auch sehr aktiv.
00:21:11: Also es ist schon wichtig für uns den Transfer in die Gesellschaft, in den Bereich der Öffentlichkeit aber natürlich auch gegenüber der Wirtschaft zu kommen.
00:21:21: Und da haben wir mit vielen Unternehmen am Standort, aber auch darüber hinaus gibt es enge Verbindung mit unserem Sustainability Office.
00:21:31: vorhin wahrgenommen, du hast ja gesagt das bei den Formaten über die ihr kommuniziert.
00:21:36: Vor allem die Formate mit Menschen, die erfolgreichsten sind was ja auch absolut nachvollziehbar ist.
00:21:42: Wie ist denn das mit den Studierenden?
00:21:44: Bindet Ihr Studierende auch aktiv ein in meiner Wahrnehmung während für mich wenn ich mich zurück erinnere an mein Studium was schon bisschen her ist.
00:21:55: Währends für mich also die glaubwürdigsten Stimmen auch zu diesem Thema.
00:21:59: aber Dazu muss man ja diese Menschen zum einen einbinden, zum anderen für dieses Thema auch zumindest anzünden und im Zweifel ja auch damit umgehen können wenn die vielleicht etwas kritischer kommunizieren als es euch vielleicht lieb ist.
00:22:13: Wie handelt ihr das?
00:22:14: Das ist genau das Community Management was eben über unser Tiny House aber auch über unterschiedliche Arbeitsgruppen über regelmäßig stattfindendes offenes Plenum zB immer wieder versucht wird.
00:22:25: Es gibt eine sehr aktive Studierendenschaft bei uns, engagierte Studierenden schafft die sich da auch sehen möchte und einbringen möchte.
00:22:32: und das ist wirklich wichtig permanent in dem Aushandlungsprozess zu sein und auch immer wieder zu schauen wo können wir im Bereich der Transformation es wirklich schaffen noch nachhaltiger zu werden?
00:22:43: aber wo gibt es vielleicht auch gerade im Transferbereich?
00:22:46: Wir haben Frage mit welchen Unternehmen, Kooperie wir hier am Standort.
00:22:51: Und dann ist das wirklich auch ein Aushandlungsprozess den wir da machen wo eben unterschiedlichste Kriterien gelten.
00:22:57: aber die Studierenden bekommen bei uns eben auch wirklich die Möglichkeit zum aktiven Mitmachen und Mitgestalten und es sind auch viele Maßnahmen die Wir haben einen Fonds ins Leben gerufen wo wirklich Studierende dann auch ihre Projekte einbringen können und dafür auch Geld bekommen sei es in der Verbesserung von irgendwelchen Campus Strukturen, sei es in der Verbesserung im Bereich der Biodiversität zum Beispiel oder einfach auch im Bereich Unterstützung von Veranstaltungen, Podiumsdiskussionen die seitens der Studierendenschaft durchgeführt werden.
00:23:27: Ja ist ein ewiges Ringen aber ich glaube da ist das eben der wissenschaftliche Diskurs und ich denke wenn nicht an einer Universität wo dann müsste das möglich sein diese Diskurse auch auszuhalten und durchzuführen, und eben wirklich Argumente zu hören.
00:23:42: Und auch ein gemeinsames Verständnis von Perspektiven zu entwickeln.
00:23:46: Ich habe das Gefühl da gehen wir einen ganz guten Weg!
00:23:48: Habt ihr KPIs um das ganze Thema also aus kommunikativer Sicht messbar zu machen?
00:23:54: Ja wir haben auch KPIs entwickelt.
00:23:56: Wir sind gerade dabei seitdem wir im Audit Nachhaltigkeit sind nochmal stärker zu justieren Transformationsweg, den wir gerade durchlaufen auch noch mal stärker zu schauen.
00:24:08: Ich sprach ja vorhin von den vier Wirkungsbereichen also grad seitdem der Bereich Hard Print dazugekommen ist auch nochmal danach zu steuern und unsere KPIs dementsprechend anzupassen.
00:24:20: ich bin da nicht so ganz immer der Freund von es wirklich auch im Sinne der Impact Messung so stark zu reduzieren auf das Thema Nachhaltigkeitskommunikation.
00:24:29: denn Bei uns ist es nicht so, dass ich unterscheiden würde zwischen Nachhaltigkeits- und Exzellenzkommunikationen und wissenschaftspolitischer Kommunikation der Universität Hamburg.
00:24:40: Sondern das Thema ist wirklich bei uns in der DNA verankert.
00:24:44: Wir labeln auch nicht Dinge exklusiv nur im Sinne der Nachhaltigkeits-Kommunikation, sondern das ist sozusagen eigentlich die DNA, die bei allem mitschwingt und natürlich auch das Betonen der Themen rund um das Thema Nachhaltigkeit.
00:24:58: Und von daher müsste man im Prinzip die KPIs dann runterbrechen auf das Thema Wissenschaftskommunikation, interne, externe studierende Kommunikation etc.
00:25:08: Zuorganisch verwachsene das Ganze!
00:25:11: Ja, aber dass es...
00:25:13: Genau, ich finde das ist eigentlich der Weg den wir in stärkerer Hinsicht immer wieder gehen sollten.
00:25:19: Wir sind jetzt gerade zum zweiten Mal als Exzellenzuniversität bestätigt worden.
00:25:24: Und als wir zum ersten Mal Exzellenzuniversität wurden, dann kamen die Maßnahmen.
00:25:28: Jetzt müsste man eine Strategie zur Exzellenzkommunikation ins Leben rufen und ich habe immer wieder gesprochen und gesagt Wir sind jetzt ExzELLENZUNIVERSITET Also ist das genau das gleiche?
00:25:39: Ja!
00:25:39: Und wir machen nicht extra etwas nur für Exzelenz und genauso ist es bei dem Sinne der Nachhaltigkeit auch.
00:25:44: Wir haben Themen, die wir bespielen wollen, wir haben Ziele mit der Kommunikation erreichen wollen, Wir haben Zielgruppen definiert und eine Wirkung die wir erreichen wollen.
00:25:52: Aber wir unterscheiden eben nicht nur im Sinne der Impact-Messung für Nachhaltigkeit oder der ganze andere Kommunikationskraut.
00:26:00: Es ist ja auch diese herausgehobene Position vielleicht von Nachhaltigkeitskommunikationen, der Neuheit des Themas, vielleicht auch ein Stück weit geschuldet und das ist auch etwas was wir in vielen Projekten beobachten.
00:26:12: wenn es in die Strukturen geht, ne?
00:26:14: Wenn es verstetigt wird in den Organisation dann wird das Ein Thema, was gleichberechtigt neben vielen anderen steht.
00:26:21: Aber was halt organisch immer mitschwingend mitgedacht wird und so ein bisschen von dieser herausgehobenen Geschichte in Anführungszeichen verliert aber dadurch auch mehr Normalität bekommt.
00:26:32: Also das ist durchaus etwas, was wir an ganz vielen Stellen beobachten ja.
00:26:37: Ich würde gerne noch mal von dir wissen du hast es ja vorhin schon einmal kurz anklingen lassen.
00:26:41: also das Thema Nachhaltigkeit ist gar nicht mehr so im Fokus bei den unterschiedlichen Zielgruppen vielleicht auch bei den Studierenden gar nicht.
00:26:48: Da muss man natürlich andere Mittel und Wege finden, um irgendwie seinen Schäfchen ins Trockene zu bringen.
00:26:53: Und das zu kommunizieren was man kommunizierend möchte.
00:26:56: Habt ihr da irgendwie neue Wege beschritten?
00:26:58: Habt Ihr etwas ganz Wildes gemacht und spielt jetzt Nachhaltigkeitsthemen Community in TikTok beispielsweise?
00:27:04: oder habt ihr da euch mit auseinander gesetzt?
00:27:07: Im Prinzip setzen wir uns damit wirklich permanent auseinandern.
00:27:10: Natürlich schauen wir uns auch das an.
00:27:11: wie performen unsere Reals auf Social Media?
00:27:14: welche Themen laufen, welche laufen nicht so gut Ja, wir haben das beobachtet, dass zum Teil das Interesse nicht gegeben ist.
00:27:21: Aber vielleicht eher dann wenn eben genauer das Thema was hat das mit mir persönlich zu tun?
00:27:26: Nicht im Fokusstand also wenn man zum Beispiel vielleicht über eine Veranstaltung berichtet hat die Stadt gefunden hat wo eben doch vielleicht nicht so viele Studierende oder Beschäftigte oder Wissenschaftlerinnen gekommen sind Dann ist es etwas was verpufft.
00:27:39: Das ist ein ja Ein Thema was einfach schlichtweg nicht existiert Und dementsprechend versuchen wir einfach nochmal wieder kleiner zurückzugehen und wirklich eben zu schauen, wie betrifft das Thema mich?
00:27:50: Denn die Eingangsfrage war ja für ihn ein großes Thema.
00:27:53: Es ist auch so ein Begriff wo viele erst mal sagen Ja, dass jetzt auch noch oder ich höre es aber schon seit fünfzehn Jahren gehen auf.
00:28:01: was muss ich tun?
00:28:02: Und ich glaube, genau das Thema ist ja auch mit dem Klimawandel.
00:28:05: Unser Exzellenzklaster Klimaforschung hat genau diese Herausforderungen, dass wir sozusagen immer in Wellenbewegung unterwegs sind.
00:28:13: Zu Zeiten von Fridays for Future war das Thema virulent und aktiv in allen Kommunikationskanälen und wir konnten uns vor Anfragen gar nicht retten, hatten dann aber auch die Herausforderung immer wieder zu gucken wie gehen wir damit um?
00:28:25: Wir bieten eine wissenschaftliche Expertise Aber wir sind nicht diejenigen, die am Ende politische Entscheidungen treffen.
00:28:32: Und genauso ist es beim Thema Nachhaltigkeit glaube ich auch.
00:28:35: Wir wollen vor allen Dingen darauf setzen unsere wissenschaftliche Expertise für diesen Bereich – das ist ja auch nochmal ganz entscheidend!
00:28:41: Nicht nur im Sinne von wie profilieren wir uns hier als Institutionen sondern welche Expertise haben wir in allen Bereichen der Nachhaltigkeit also sozusagen der Brainprint?
00:28:52: die eben noch mal wirklich stärker auch in den Vordergrund zu heben und eben über viele, über Lobbyarbeit, über Gremien-Arbeit, über aktive Mitarbeit in irgendwelchen Organisationen eben wirklich dieses Thema immer nochmal wieder auf die Agenda zu setzen.
00:29:08: Und gleichzeitig dann aber zu versuchen es so runterzubrechen dass jede, jeder Einzelne eben nicht gleich sagt das ist mir zu groß ich steig da jetzt aus Ich mache lieber gar nichts wie beim Thema Klimawandel ja auch gerne mal, sondern eben mit kleineren Geschichten zu kommen und sagen doch es berührt uns eben alle.
00:29:26: Du bist mittendrin du bist auch Teil des Transformationsprozesses.
00:29:30: aber was genau ist es im Konkreten im Kleinen?
00:29:33: Und was macht das mit dir und wie kannst du vielleicht auch deinen Beitrag dazu leisten in deinem Verhalten, in deinm Agieren oder auch in deinim Denken?
00:29:41: Das muss relatable sein ne?
00:29:43: Ja schönes Wort!
00:29:45: Du hast gerade auch die Herausforderungen angesprochen.
00:29:49: Wir haben es in der letzten Zeit immer stärker erlebt, wie halt auch die Regulierung in dem Bereich gerade zuschlägt.
00:29:57: Also das Thema CSRD also die Nachhaltigkeitsberichterstattungsregeln für bestimmte Unternehmen, die ja auch wirklich sehr umfassend sind und Jetzt kriegen wir auch für die Kommunikation irgendwie Regelwerke, was gesagt werden darf und was nicht.
00:30:14: Was durchaus... Und ich meine das keinesfalls kritisierend was durchaus aus seiner Berechtigung hat weil bestimmte Aussagen in diesem Umfeld in der Vergangenheit auch wirklich überstrapaziert wurden, also das Wörtchen grün oder nachhaltig oder klimaneutral.
00:30:31: Das ist ja auch einfach ausgeufert was alles klimaneutrales obwohl bestimmte Dinge dann maximal klimaneulturalisiert sind weil sie irgendwie durch Kompensationenklimaneutral gemacht wurden.
00:30:42: Worauf ich hinaus will, es gibt ab September mit der MCO ein Regelwerk was die Kommunikation hier nochmal stärker reguliert.
00:30:51: Das heißt Begrifflichkeiten müssen oder Aussagen viel mehr in dem Themen im Umfeld Nachhaltigkeit müssen belegbar sein.
00:30:59: Für mich ist die Frage also zum einen wie stark tangieren solche Dinge auch deine Arbeit?
00:31:07: Weil das ja also nicht dass etwas geregelt wird haben wir wenn ich jetzt als Beispiel das Thema Exzellenz nehme, ja nicht in dem Umfang wie vielleicht hier bei Nachhaltigkeit.
00:31:17: Also was macht das mit deiner Arbeit und wie geht ihr da vor?
00:31:20: Das ist auch etwas sehr umfassendes.
00:31:23: Wer viel kommuniziert bietet automatisch viele mögliche Angriffspunkte für solche Dinge.
00:31:30: Checkt ihr jetzt Seite-für-Seite ob ihr irgendwo Formulierungen verwendet die halt nicht mehr okay sind, die ihr verändern müsst.
00:31:37: Was macht ihr da?
00:31:38: Das ist eine gute Frage.
00:31:39: Vielleicht unterhalten wir uns in einem Jahr noch mal darüber, weil ehrlich gesagt habe ich noch keine gute Antwort darauf.
00:31:45: Wir stehen sozusagen gerade erst am Anfang und ich würde denken im Sinne des pragmatischen Vorgehens werden wir es genauso machen wie bei all den anderen Themen die rund um das Thema Datenschutz, rund um dass Thema Transparenzgesetz, rund über das Thema KI eben auch letztlich uns aufgebürdet Aber im Sinne einer natürlich zu Recht eingeforderten Transparenz.
00:32:08: Und ich denke, wir haben vorhin das Thema Ehrlichkeit angesprochen wenn wir ehrliche Kommunikation machen wollen und am Ende stehe ich dafür auch dass wir eben nicht nur eine PR-Arbeit machen sondern dass wir auch ehrlich und transparent und offen und partizipativ kommunizieren und in den Dialog eben wirklich in den Echten einsteigen dann müssen wir natürlich auch so wie es die Wissenschaft macht und wissenschaftliches arbeiten natürlich beinhaltet, auch zeigen wo die Dinge herkommen.
00:32:35: Sie belegbar machen Quellenangaben und prüfen und schauen ob es wirklich etwas ist was wir so veröffentlichen können.
00:32:42: trotzdem und deswegen sage ich in einem Jahr weiß ich vielleicht ein bisschen mehr werden wir uns natürlich auch im Sinne der Ressourcen die uns zur Verfügung stellen fragen müssen die schnellibige Social Media Kommunikation das permanente Community Management was stattfindet.
00:32:57: fangen wir dann an weniger zu machen, weil wir schlichtweg die Ressourcen nicht haben oder weil wir uns angreifbar machen.
00:33:04: Ich hoffe nicht!
00:33:05: Das ist genau das Gleiche was ich in der WISCOM-Beratung ständig mache.
00:33:09: bitte lasst es nicht sein aktiv zu sein denn im Zweifel ist das was gerade die Wissenschaftlerinnen kommunizieren und ich hoffe auch wie als öffentlich geförderte Institution immer noch mehr überprüft als so vieles was in der lauten und schrillen Social Media Bubble passiert.
00:33:25: Aber es ist eine Herausforderung, das glaube ich ganz bestimmt.
00:33:28: Die andere Seite der Medaille neben den Herausforderungen sind natürlich auch so Chancen.
00:33:32: Also siehst du irgendwo noch Potenzial was ihr aktuell noch nicht gehoben habt?
00:33:36: Wo du gerade aus Sicht der Kommunikatoren vielleicht auch Potenziale siehst Reichweiten zu vergrößern, Sichtbarkeit zu erhöhen Nachfrage zum Beispiel auf Studierenden-Seite vielleicht ein bisschen zu fossieren gibt's da noch so irgendwo einzelne Dinge?
00:33:54: Also unbedingt, ich glaube das was wir eben schon in unseren Organisationsstrukturen und auch in der Kultur des Miteinanders wirklich tagtäglich umsetzen.
00:34:03: Das würde ich gerne noch in der Kommunikation stärker verankern.
00:34:06: Das heißt wirklich die Öffnung auch unserer Kommunikationskanäle und Formate für alle... also für alle ist jetzt wahrscheinlich ein bisschen zu viel, aber zumindest sozusagen für die, die wirklich als stakeholder eine Art Influencer eben auch für ihre Themen stehen und das eben noch stärker zu versuchen, den Personen wirklich eine Stimme zu geben.
00:34:26: Ich meine der Change ist längst da.
00:34:28: es ist nicht mehr die Kommunikationsabteilung, die kommuniziert, es ist jede Wissenschaftlerin jeder Wissenschaftler selbst.
00:34:34: aber es sollten auch verstärkt eben wirklich Studierende sein, Lehrende sein, die eben wirklich dazu auch etwas beitragen können und die noch stärkere in den Vordergrund zurück und ihnen die Möglichkeiten die Reichweite zu bieten.
00:34:46: ich glaube können wir auf jeden Fall noch einen Schritt weitergehen.
00:34:51: Ich habe eine letzte Frage, weil ich glaube das ist für viele die uns zuhaaren ein wichtiger Punkt, weil nicht alle so weit sind wie ihr das vielleicht seid und übrigens wortig noch unbedingt darauf hinweisen.
00:35:04: um dort halt auch noch mal zu sehen, wie ihr das Thema kommuniziert.
00:35:11: Aber was wäre denn dein Tipp an andere KommunikatorInnen die mit diesem Thema vielleicht jetzt erst starten oder stärker oder mehr damit machen wollen?
00:35:20: Was würdest du denen empfehlen?
00:35:21: Was wurdest du den mitgeben?
00:35:23: Ich würde nicht mit der Kampagne starten.
00:35:25: Startet mit der Kultur, startet bottom up mit dem Zuhören und dem Dialog mit dem Austausch.
00:35:31: Und ich glaube dann entstehen wirklich auch die besten Ideen gerade wenn man intern eben ist in DNA stärker verankern möchte.
00:35:40: und dann entstehen auch wirklich die Ideen für die Reichweite da draußen, das Thema sichtbar zu machen und eine starke Stimme zu erheben.
00:35:47: Aber fangt erst intern an!
00:35:49: Das gilt ja eigentlich bei allen Transformationsprozessen.
00:35:53: Also das goldene Gesetzbuch der Transformation, war es nicht top down?
00:35:57: Frag sprich!
00:35:59: Das ist richtig und trotzdem möchte man innerhalb von drei Wochen Ergebnisse sehen.
00:36:03: also denkt jeder im Sinne der Kampagne.
00:36:05: Manchmal braucht es einen längeren Atem und ich glaube auch da ganz entscheidend sich kleine Seeds wirklich kleine Seed setzen und die umsetzen dass es greifbar ist und dann den langen Atmen und Durchhaltevermögen beweisen denn Das ist am Ende auch ein Marathon.
00:36:21: Ein sehr guter Freund von mir pflegt den Satz Großdenken klein anfangen!
00:36:25: Ja,
00:36:26: so viel was alles auf die Zitat kacheln kann nachher Menschleute.
00:36:32: Ja mein Danke Katrin dass du uns ein bisschen gucken lassen und ein bisschen erzählt hast von deinem Weg, von eurem Weg vom Weg der Uni Hamburg Und Du weißt wir haben euch ganz genau im Blick.
00:36:43: Vielen Dank ich hoffe das es nachhaltig wirkt.
00:36:45: Vielen Dank Katrin.
00:36:46: Danke Euch für das schöne Gespräch.
00:36:48: Ja, dann lass uns mal gucken.
00:36:50: Was nehmen wir mit aus dieser Folge?
00:36:52: Alexander magst du mal sagen was so deine zwei drei vier fünf wie viel auch immer wichtigsten Takeaways sind?
00:36:58: Mal gucken wie viele es werden!
00:37:01: Also ich finde das vorweg ziemlich spannend wie dieses Thema in dem Team von Kathrin aber an der Universität Hamburg tatsächlich aufgestellt ist.
00:37:10: Ich finde es mir gut wenn wir tatsächlich uns auch an ja Leuchttürmen letztlich orientieren können und es hilft viel.
00:37:17: Und damit bin ich auch gleich bei meinem ersten Learning, was für mich jetzt nicht neu ist aber noch mal eine Bestätigung ist für den Aspekt, auch den Prozess schon zu kommunizieren.
00:37:28: Ja?
00:37:28: Und das, was wir mit Katrin eben erlebt haben, ist ja auch letztlich eine Beschreibung dieses Prozesses.
00:37:33: Es bietet Orientierung, es bietet auch eine Nähe und ein Verständnis für diese Themen Und ich möchte das nochmal wiederholen.
00:37:39: Ich habe es ja auch schon in dem Gespräch gesagt, ich bin ein großer Freund von Offenheit und Transparenz an der Kommunikation und würde da das Thema Fails und Konflikte, die gehören einfach dazu und können auch kommuniziert werden.
00:37:53: Das bekommt man hin.
00:37:54: Das bekommen wir noch gut hin und das bekommt wir noch wirkungsvoll hin.
00:37:58: als mein erstes Learning nochmal anführen Learning Two ist für mich tatsächlich so ein bisschen auch dieses Vokabular, was Katrin verwendet hat.
00:38:06: Also nicht nur den Fußabdruck also den Footprint und den Handprint die natürlich geläufig sind sondern auch nochmal der Brain Print und der Heart Print.
00:38:15: Und am Ende aber mit dem Schlüssel Kultur, Organisationskultur Katrin ja auch nochmal sehr gut aufgezeigt, wie wichtig das ist dieses Thema auch in die Organisationen zu bekommen.
00:38:28: In der Organisation zu verankern und als letztlich Prinzip in dieser Organisation zu implementieren.
00:38:35: Und darin liegt auf jeden Fall der Schlüssel auch für den Erfolg in Transformationsprojekten jeglicher Art.
00:38:42: Das ist ja kein Thema für Nachhaltigkeitskommunikation, sondern tatsächlich dieses von unten heraus wachsen zu lassen – das war auch Ihr Tipp am Ende oder Ihre Empfehlung zu sagen fang unten an und lass es dann wachsen und am Ende vielleicht eine Kampagne und nicht umgekehrt.
00:38:58: Nicht andersrum!
00:38:59: Genau, das ist mein Punkt zwei gewesen.
00:39:03: Und der dritte Punkt ist tatsächlich die Art, wie sie die Nachhaltigkeitskommunikation in ihre ganzen Themen miteinsortiert um letztlich die Themen organisch auch miteinander zu verweben.
00:39:15: Nicht zu sagen ich mache jetzt hier etwas zum Thema nachhaltig- keits kommunikationen sondern es ja kommt mehr und mehr in die Kommunikations DNA der Universität Hamburg.
00:39:26: Es schwingt bei diesen Themen immer mit es wird immer berücksichtigt es ist immer präsent.
00:39:32: Genau, diese organische Verbindung dieser Themen ist für mich so mein drittes Learning.
00:39:38: Okay!
00:39:39: Eine ganze Menge... Siehst du
00:39:40: drei sind es geworden?
00:39:42: Drei, wir haben nachgezählt, sehr schön.
00:39:44: Vielen vielen Dank Alexander, dass du dir auch Zeit genommen hast und ein bisschen zu plaudern und zu erzählen was du deine Erfahrungen sind und vor allem natürlich auf die Learning-Seite.
00:39:52: Für die Einladung
00:39:53: Das machen wir gerne mal wieder.
00:39:55: Das war sie Folge.
00:39:57: Achtzehn.
00:39:58: Wir sind durch Insight Hochschulkommunikation von Expertinnen für Expertinnen rund um Kommunikations-PR, Marketing und Digitalisierung an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.
00:40:09: Powered bei Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin Edgium.
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