Folge 17- Die Candidate Journey: Warum wir aufhören müssen, in Semestern zu denken
Shownotes
Dass ein Studium kein Impulskauf ist, wissen wir alle. Aber wie begleiten wir diesen jahrelangen Prozess strategisch, ohne den Anschluss zu verlieren? In Folge 17 von Inside Hochschulkommunikation analysieren wir die „Candidate Journey“ jenseits der Theorie. Wenn die Reise oft schon in der 10. Klasse beginnt, reicht klassische PR nicht mehr aus – wir brauchen einen langen Atem und eine völlig neue Reaktionsgeschwindigkeit. Denn während die Entscheidung Jahre reift, erwarten Studieninteressierte Antworten heute oft „Just in Time“. Gemeinsam mit Marc Thomalla (Medizinische Hochschule Brandenburg) und Patricia Hennings (MANDARIN EDU) diskutieren wir den Wandel vom reinen Marketing hin zum bedürfnisorientierten Vertrieb. Wir beleuchten, warum Mut zur Lücke auf TikTok mehr Vertrauen schafft als jede Imagekampagne, wie CRM-Systeme wie HubSpot das Nachfassen von Leads revolutionieren und warum der Chatbot oft dann übernimmt, wenn Fragen abends am Küchentisch kritisch werden. Praxis-Insights zum „Einfach-mal-Machen“, ehrliche Learnings aus der Performance-Welt und handfeste Tipps für eine messbare Journey vom ersten Klick bis zur Immatrikulation.
Die Stimmen in Folge 16 Patricia Hennings Unitmanagerin und Expertin, MANDARIN EDU Agentur für Bildungsmarketing 🔗 www.mandarin-edu.de LinkedIn https://www.linkedin.com/in/patricia-hennings-562b4191/
Marc Thomalla Marketing- und Social-Media Manager Medizinische Hochschule Brandenburg 🔗 https://www.mhb-fontane.de/app.php/de/details-zu/marc-thomalla LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/marcthomalla/
Ina Teloudis Redakteurin und Moderatorin MANDARIN EDU – Agentur für Bildungsmarketing 🔗 www.mandarin-edu.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ina-teloudis-3679b4a2/
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00:00:03: Ina Teloudis Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Inside Hochschulkommunikation. Inside HKomm. Hier seid ihr genau richtig, wenn ihr Hochschul und Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation gestalten, weiterdenken und vernetzen wollt. Ich bin Ina Teloudis und wir widmen uns heute einem Prozess, der finde ich doch in die Kategorie Marathon gehört oder ist es vielleicht auch nur noch ein Halbmarathon? Darüber sprechen wir unter anderem die Candidate Journey der Studierenden. Wir wissen ja alle, wer sich für ein Studium entscheidet, trifft keine Impulsentscheidung, kein Lustkauf, sondern lässt sich sehr, sehr viel Zeit überhaupt nicht zu vergleichen mit einer normalen Kaufentscheidung, die wir so kennen. Und zum Thema sind zwei Gäste digital zugeschaltet. Das ist einmal Marc Thomalla, Medizinische Hochschule Brandenburg. Schön, dass du da bist.
00:01:09: Marc Thomalla Moin, danke.
00:01:10: Ina Teloudis Und Patricia Hennings von Mandarin EDU. Hi.
00:01:13: Patricia Hennings Hallo.
00:01:15: Ina Teloudis Stellt euch doch gerne selber einmal vor. Wer seid ihr? Was macht ihr? Was sind so eure Aufgaben im normalen Tagesgeschäft und was ist euer Bezug zur Customer Journey der Studierenden? Trizi, fängst du an?
00:01:26: Patricia Hennings Ja, sehr gern. Hi, ich bin Patricia. Ich bin jetzt seit über 15 Jahren im Bildungsmarketing zu Hause. Seit 10 Jahren bin ich in der Agentur. Vorher war ich sozusagen auch im Hochschulbüro und kenne die ganzen Needs und Sorgen und die Student Journey auch noch aus Zeiten der Studienberatung, auch Eventbegleitung und Co. Und freue mich heute bei dem Thema dabei zu sein.
00:01:49: Ina Teloudis Dankeschön, Marc.
00:01:51: Marc Thomalla Ja, dann mache ich mal weiter. Marc Thomalla. Ich Bin seit Dezember 24 erst an der Medizinischen Hochschule Brandenburg, hab Ende der er Anfang 2000 bei Freenet angefangen und dann war ich viele, viele Jahre in Agenturen unterwegs, immer als Head of Social Media oder für New Business Bereich, also immer sehr digital und sehr vertriebslastig. Bin dann später auf Unternehmensseite gewechselt, unter anderem bei einer Ölgesellschaft, war da Marketingleiter unterwegs. Bin dann sechs Jahre lang ins iGaming reingewechselt, in den Casinobereich, was natürlich hart performance orientiert war, mit einer Menge, Menge Budgets und einer Menge gar kurzer kurzfristige Entscheidungswege und schnellen Käufen, Impulskäufen. Und dann gab es den Wechsel halt durch meinen besten Freund den ich seit 35 Jahren kenne, der seit fast 10 Jahren an der MHB ist, hat mich gefragt willst du nicht bei uns Marketing Social Media machen? Da wurde wer gesucht haben wir uns dann nach fast einem halben Jahr Prozess auch dann sind wir dann zusammengekommen, weil es natürlich schon ein bisschen mehr Entscheidungen war OK warum jetzt genau so viel mit Marketing braucht noch eigentlich wen der nur so ein bisschen Facebook macht so am Ende habe ich jetzt Ende 25 den Vertrieb übernommen und kümmere mich jetzt quasi um Social Media Vertrieb CRM also die ganze Customer Journey sozusagen digital und unterstützt mit Kollegen aus Offline Events und Print.
00:03:10: Ina Teloudis Dann bist du ja jetzt fast anderthalb Jahre an Bord da kannst du uns einen kurz Abriss geben wie sich das die letzten anderthalb Jahre entwickelt hat. Wie seid ihr jetzt aufgestellt?
00:03:20: Marc Thomalla Ja also zu Beginn war es erst mal nötig ein bisschen das zu überblicken okay was hat denn die MAB die letzten Jahre zuvor gemacht? Weil es ist ja quasi aus so einer ein Mann Abteilung entstanden quasi der Dr. Erik Hoffenmann, der die Kommunikation leitet hat das halt mitgemacht das Thema Dann kam später noch ein Kollege der Kluge dazu eigentlich für LinkedIn und Presse Öffentlichkeitsarbeit und dann kam ich für Social Media dazu und dann haben wir erst mal angefangen alles zu hinterfragen. Also schon im Rahmen des Bewerbungsprozesses habe ich mir natürlich Gedanken gemacht, habe gesehen okay da fehlt irgendwie der rote Faden, da fehlt so ein bisschen okay das emotionale warum dann ausgerechnet die MHB und nicht irgendwas in Berlin, Hamburg, München, wo auch immer, warum Neuruppin oder Brandenburg, warum soll ich dann dahin, was soll ich da und haben also erstmal wirklich ein paar Wochen lang alles über den Haufen geschmissen, alles neu durchdacht, gelöscht, angelegt, geändert mit Partnern Agenturen beendet, neu angefangen und so weiter und so fort also quasi eins mal aufgeräumt und dann haben wir uns ein bisschen ran getestet okay was muss man denn so machen um die Leute auf ihren Kanälen zu erreichen?
00:04:22: Marc Thomalla Weil ich finde große Fehler ist ja immer, dass man seitens des Unternehmens denkt wir machen das so, weil wir glauben das funktioniert, aber die wenigsten hören halt wirklich auf die Zielgruppe, sondern du musst eben genau gucken was wollen die anderen und daraufhin haben wir versucht die Kommunikation hinzustellen, die Kanäle zu erweitern, bisschen Strategie mehr hinterzulegen hinter TikTok, was komplett eine studentische Hand ist tatsächlich. Da gehen wir nur so ein bisschen strategisch jetzt vor, so regelmäßigen Updates auf WhatsApp in Gruppen. Und genau, da wurde halt daraufhin erstmal hingearbeitet, okay, wie kannst du dich an welchen Kanälen außen darstellen, was musst du wo wie machen. Damit wurde quasi angefangen, erstmal den Social Impact sozusagen da sich genau anzugucken und wo muss man halt feinjustieren, was läuft gut, welcher Frequenz musst du was posten und so weiter und so fort.
00:05:08: Ina Teloudis Also die ganz normalen Hausaufgaben, sage ich
00:05:09: Marc Thomalla mal so im Prinzip die ganz normalen Hausaufgaben, richtig. Das ist dann schon mal interessanter gewesen, weil auch da hat man halt eben auch gelernt, so viele Sachen auf Unternehmensseite, sage ich mal, wenn du im, keine Ahnung, Mittelstand unterwegs ist beispielsweise, setzt du solche Themen auch gerne mal ein, zwei Wochen um. Das kann an so einer Hochschule gerne mal Monate dauern. Und das ist halt eben das Thema Geschwindigkeit. Ich bin großer Freund davon, Sachen durchzupushen, wenn es irgendwie geht. Ich starte auch Lieber mal mit 80 Prozent irgendein Projekt und warte nicht auf 100, weil ich finde immer so, ich habe bei Freenet damals angefangen, da waren wir mit die letzten, die DSL hatten und da habe ich halt sehr schnell gelernt, dass es halt wirklich schlimm ist, wenn du den anderen Plänen hinterherlaufen musst. Und deswegen haben wir versucht, okay, was können wir denn als MAB besser machen, wo können wir denn vielleicht vorweglaufen, was andere vielleicht so nicht haben? Und das haben wir jetzt tatsächlich in den letzten Wochen gerade umgesetzt und sehr erfolgreich tatsächlich gerade umgesetzt, wenn ich mir die Zahlen angucke. Aber erstmal sind die Basic Hausaufgaben auf jeden Fall, die du da machen musst, aber eben auch immer auf die Zielgruppe achten.
00:06:05: Marc Thomalla Du kannst dich nicht ausruhen, du musst ja quasi wirklich wöchentlich überprüfen, ist das noch okay, was du machst oder auch nicht.
00:06:11: Ina Teloudis Das war wahrscheinlich für dich auch ein großes Learning, dass die Customer Journey der Zielgruppe ja eine ganz, ganz andere ist als alles, was du wahrscheinlich auch vorher gesehen hast. Wie lang ist sie denn eigentlich wirklich Trizi? Ist sie wirklich so lang? Ist es noch ein Marathon oder ist es tatsächlich ein Halbmarathon? Da würde ich gerne auch mit euch beiden ein bisschen spekulieren, ob die sich verändert hat die letzten Jahre.
00:06:32: Patricia Hennings Ja, ich denke, das ist genauso wie Mark das auch schon angeteasert hat. Also es ist im Endeffekt eine Journey, die überhaupt nicht zu vergleichen ist mit dem klassischen Produkt Marketing, weil es einfach, es kann total lange dauern. Also es kann wirklich diese Entscheidungsphase von, ich kenne das aus meiner Hochschulvergangenheit auch noch, du stehst auf Messe und dann sind irgendwie die fünften, sechsten Klassen, kommen dann zur Messe und wollen dann was über einen bestimmten Studiengang zum Beispiel erfahren. Da fängt das ja schon an, auch so dieses, okay, wo geht die Reise hin? Wir sind ja auch im Netzwerk Schule trifft Wirtschaft viel auch in Kontakt mit den Berufsorientierungslehrern. Wie machen wir das, wie stellen wir das Ganze auf? Und da fängt das ja schon an. Aber ich glaube, diese Journey beginnt eigentlich so ein, zwei, drei Jahre vorher. Und sich dann aber wirklich mit was auch auseinanderzusetzen, das ist total unterschiedlich. Und das ist auch je Studiengang unterschiedlich. Das ist unterschiedlich, ob wir jetzt über die Gen Z und über die Abiturientinnen sprechen oder über potenzielle Masterstudierende. Und da gibt es ja diese verschiedenen Phasen. Also wir hatten das ja schon mal in einer Folge, wo es um das AIDA Modell ging.
00:07:39: Patricia Hennings Ich ziehe das immer trotzdem gerne noch mal mit rein. Wir sprechen immer über den Funnel, also der Bereich der Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit. Welche Kanäle braucht es da? Da mag das, was du gesagt hast, da ist natürlich, okay, wir sind jetzt auf TikTok, was machen wir da? Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit dort eben zu erzeugen. Und dann muss man natürlich gucken in diesen verschiedenen Steps. Und ich glaube, das ist einfach extrem wichtig. Und gerade da, glaube ich, habt ihr auch schon irgendwo auch einen Vorteil. Im Gegensatz zu staatlichen Hochschulen und Universitäten, hatten wir auch mal in einer Podcast Folge, wo es eben auch noch teilweise mit Excel Listen hin und her geschoben wird und ihr die Möglichkeit habt, da kommen wir vielleicht später auch noch mal drauf, auch ein CRM anzubinden. Also auch das, dieses Nachverfolgen der Leads, das ist ja so extrem wichtig. Und die Journey, ja, jetzt habe ich viel dazu geredet, aber es ist nach wie vor ein Marathon. Es gibt auch welche, die das als Sprint darlegen und die, glaube ich, auch schnell rein starten. Aber ich glaube trotzdem, die Zeitspanne ist schon deutlich länger als für einen Impulskauf beispielsweise. Mark, wie siehst du das?
00:08:43: Patricia Hennings In deiner täglichen Praxis, auch in dem, was ihr in den letzten anderthalb Jahren vielleicht auch aufgesetzt habt oder auch analysiert habt.
00:08:51: Marc Thomalla Der Weg ist natürlich ein langer oftmals. Also es gibt Kurzentschlossene tatsächlich vor kurzem einen Anruf bekommen von einer jungen Dame, die möchte unbedingt noch bei uns studieren, weil ihr bester Freund auch bei uns genommen wurde. Das ist zu ad hoc im November. Die Auswahltage waren, ist das ein bisschen sehr schnell. Ich hätte es dir natürlich sehr gegönnt, aber es geht natürlich nicht. Tatsächlich ist es so, dass wir durchaus schon fünfte, sechste Klasse ist jetzt nicht so unsere Zielgruppe. Ich glaube, da wäre mir die Journey, da habe ich tatsächlich dann keine Geduld für fünf Jahre, sechs, sieben Jahre so eine Journey durchzuziehen. Nichtsdestotrotz glaube ich aber so ab zwei Jahre vorher fangen die Leute, die wirklich, sage ich mal, Interesse haben an dem Studium, die fangen dann schon so langsam an. Zehnte, elfte Klasse. Das ist auch der Grund, warum wir auch im Bereich Berlin Brandenburg auch in die Schulen gehen tatsächlich und auch da Learnings ziehen. Wir merken aber auch, je jünger die Klassen werden oder auch auf Messen, je jünger die Leute sind, desto geringer ist das Interesse, weil es gibt ja Messen oder Events, da müssen die Schüler hin und du musst deine drei Termine machen, da kannst du ein paar Tütchen Gummibärchen mehr hinlegen, ein paar Stifte, weil das ist das, was sie dann am Ende wollen.
00:09:51: Marc Thomalla Die wollen gar nichts von dir wissen, ob du nun NC freie Medizin studieren kannst oder nicht. Während du die natürlich von Interesse hast, die wirklich ein Grundinteresse haben, vielleicht weil sie vom Vater oder Mutter die Praxis übernehmen wollen und so weiter. Die haben ein viel größeres Interesse, was dann für mich auch wertvollere Leads sind, beispielsweise auf Messen. Der Funnel geht gerne mal anderthalb Jahre lang, zwei Jahre lang. Natürlich haben wir auch Kolleginnen intern, die Hey, wir hätten gerne noch mehr Studis, drück mal auf die Tube. Ja, klar, ich kann natürlich noch mal Geld oben reinkippen bei Google wird aber nichts ändern, ändert am Scheidungsprozess nicht. Und das ist eben auch das Wichtige am Ende. Und wie sage ich immer so gerne, wir verkaufen halt kein Handy oder kein Handyvertrag für 20 im Monat, sondern verkaufst eine Lebensentscheidung, um da vielleicht abschließend drauf zu gehen. Wir hatten letztes Jahr im Herbst eine Immatrikulation Da kamen drei, vier Studentinnen auf uns zu, die sich für uns entschieden haben, Weil wir auf TikTok den Content machen und sie dort authentisch sehen konnten. Was sind denn das für Leute da bei euch eigentlich? Und das fand ich toll. Die habe ich auch direkt gefragt, warum denn wir?
00:10:50: Marc Thomalla Warum? Ja, wir fanden das authentisch, wir konnten uns informieren und es war einfach echt. Und das fand ich super, weil das ist richtig wertvolles Feedback. Und die Hauptperson, die unseren TikTok Account pflegt, ist jetzt im zehnten Semester Humanmedizin bei uns. Die hat dann auch auf der Bühne noch eine Rede gehalten, da in der Kirche in Neuruppin und hat einen Wiedererkennungswert da. Am Ende ist es halt so ein familiäres Ding. Es ist viel Emotion, es ist längst nicht so trocken wie Handyvertrag. Und das ist eben das Spannende, sage ich mal, an der Geschichte halt. Also es ist ein hoch emotionales Produkt, wo du relativ früh anfangen kannst, was aufzubauen, aber ich tue mich schwer zu okay, wir machen jetzt Strategie, wir legen uns jetzt auf Leute fest, die in zwei Jahren zu uns kommen. Das passt nicht, weil du musst verschiedenste Kanäle logischerweise haben für die verschiedenen Zielgruppen. Ich möchte auch die Leute ansprechen, die vielleicht in vier Wochen kurz vor Bewerbungsschluss Ach komm, ich gehe jetzt zu MAB.
00:11:40: Patricia Hennings Ja, ich finde auch Gerade der Punkt TikTok ist glaube ich, auch ein Punkt, der auch so in den Gesprächen mit auch staatlichen Hochschulen und Unis mir ganz oft als Frage einfach entgegengekommen so dieses okay, wir wissen, die Zielgruppe ist da und es ist extrem wichtig, da zu sein, aber ist das nicht unseriös? Gibt es da eine Empfehlung von dir, Mark, wo du sagst, okay, wie habt ihr das? Wie seid ihr gestartet?
00:12:05: Marc Thomalla Man muss seinen Werten natürlich treu bleiben. Also am Ende musst du natürlich ein bisschen gucken, okay, wie wirst du außen wahrgenommen? Weil am Ende, je nachdem, wie du halt den Content auch produzierst. Bei uns ist es auf TikTok beispielsweise so, dass das wirklich von den Studis selber kommt. Wir haben ein studentisches Marketing Team, da sind sechs Leute drin, die produzieren Content mit eigenen kompletten Ideen. Wir treffen uns alle zwei, drei Monate mal, stimmen wir uns kurz ab, ob das passt, nicht passt und dann wird da wieder Content authentisch gemacht ohne Vorgabe. Ich sehe die Videos auch noch nicht, wenn die live gehen, Ich sehe sie dann, wenn sie online sind. Das heißt, du musst eine gewisse Art von Vertrauen haben.
00:12:35: Ina Teloudis Ich wollte Mut sagen.
00:12:36: Marc Thomalla Ja, Mut und Vertrauen halt. Du musst die Leute eben kennen und die müssen es eben auch wissen. Du kannst halt da nicht extern rauflassen. Wir arbeiten mit einer Agentur jetzt wieder zusammen, die macht für uns die Videos für Instagram beispielsweise. Das sind eher so ein Ticken längere, aber auch für YouTube Shorts, was erstaunlicherweise wieder durch die Decke geht. Gerade das sind so Content, das kannst du produzieren. Auch da verzichten wir bewusst auf Hochglanz und bling bling. Bin ich absolut kein Freund von, weil
00:13:01: Ina Teloudis das ist authentisch sein.
00:13:02: Marc Thomalla Richtig. Und das ist es halt. Es muss halt einfach echt sein. Das ist eben das Feedback, was wir kriegen. Soll nicht hoch stabilisiert und blingen und hier noch klar, ich hätte gerne mal schöne Drohnenflüge durch Gebäude und dies, das und so. Das kannst du bei bestimmten Sachen vielleicht mal machen. Aber der Standard Content muss halt eben echt sein, Sei es in deiner staatlichen oder privaten. Am Ende zeigst du, okay, das erwartet dich. Das kannst du bei einer staatlichen durchaus auch machen. Und ich finde auch nicht, dass es dann Mut braucht zu TikTok. Es hängt immer davon ab, wem gibst du diesen Kanal? Wie viel Freiheiten gibst du der Person, Wenn du natürlich als TikTok Verweigerer eher das Ding machen musst, weil deine Geschäftsleitung sagt, Wir machen jetzt TikTok und du da schon skeptisch sitzt mit verschränkten Armen und glaube ich nicht, aber mach mal was, dann ist es zum Scheitern verurteilt. Also du musst diesen Mut haben und einfach mal machen, wie ich immer gern sage und dann guckst, ob es funktioniert oder ob es nicht funktioniert.
00:13:51: Patricia Hennings Ja, ich glaube auch. Ich glaube, es ist genau der Punkt, was du zu Beginn auch gesagt hast. Wir müssen auf die Zielgruppe hören und wir müssen gucken, wo ist die Zielgruppe Und die Zielgruppe ist nun mal, weiß ich nicht, fast fünf Stunden am Tag am Handy und TikTok ist einer der Kanäle. Und da wäre es ja einfach auch irgendwo fatal, halt nicht da zu sein, wo meine Zielgruppe halt ist, wenn ich mir überlege, wie ich mein Marketing strategisch halt auch aufsetze.
00:14:14: Marc Thomalla Ja, richtig. Genau. Aber auch da musst du natürlich fragen, was für Zielgruppen bedienst du denn? Also ich meine, wir als Kanäle. Ich habe schon zweimal versucht Facebook abzuschalten bei uns. Tatsächlich habe sie Sachen nur wieder aktiviert, einfach weil wir den gleichen Content posten wie bei Instagram. Wir gemerkt haben, dass tatsächlich so die lokale Presse, aber auch Eltern hauptsächlich auf Facebook unterwegs sind. Eltern sind einfach eine relevante Zielgruppe, einfach weil die natürlich vielleicht genau einen Platz suchen an der Hochschule für ihre Kinder, um da mal die Praxis später abzugeben. Deswegen ist das halt ein relevanter Kanal.
00:14:44: Ina Teloudis Wann ist die Kappa da, um dann auch Zielgruppen spezifischen Content für Facebook zu erstellen? Wirklich nur das ist also eigentlich wäre das ja der nächste Schritt, dass man sagt, okay, und jetzt konzentrieren wir uns in der Content Herstellung und mit der Ansprache auch wirklich auf diese Zielgruppe.
00:14:58: Marc Thomalla Also was wir gemacht haben, ist für die Eltern auf unserer Webseite, vor allem im Zahnmedizin Bereich aktuell für Human ziehen wir das noch einen separaten Bereich erstellt, um den Eltern mal zu erzählen, okay, so sieht zum Beispiel eine Finanzierung aus, deswegen bist du hier Neuruppino der Brandenburg an der Havel gut aufgehoben und so weiter. Was wir gemerkt haben, ist, dass der separate Content für Eltern nicht zieht. Wir haben jetzt gerade eine Elternsprechstunde gehabt, die super schlecht besucht war. Also im Schnitt haben wir wirklich eine gute Besucherzahl unserer abendlichen Online Sprechstunden, wo wir dann die Studiengänge vorziehen. Bei den Elternsprechstunden war es noch nicht mal ein Zehntel, um Zahlen zu nennen. Das war wirklich schlecht. Also haben wir es demnächst Tag der offenen Tür. Da bin ich gespannt. Da bieten wir auch zwei Elternsprechstunden an, weil da sind sie auf jeden Fall vor Ort. Aber die haben es beworben, auch auf TikTok. Und der erste Kommentar bei Was wollen denn die Eltern in der Sprechstunde? Wir wissen aber, dass sie sich dafür interessieren, weil wir heute tatsächlich in der Studienberatung, sag mal 30 40 prozent anrufe sind von Eltern oder die Eltern sind im Hintergrund und hören zu.
00:15:57: Marc Thomalla Ja, ja, und fragt mal das. Ich fühle mich ertappt. Es ist tatsächlich so. Aber am Ende sind die aber nicht die, die unbedingt auch online was machen wollen. Und deswegen ist bei dem Content schon so, dass wir eben nicht jetzt konkret sagen, das für die Eltern hast du nur für die, sondern wir gucken übergeordnet. Ich habe so eine Art Clusterung gemacht, welche Themen, welche USPs sind der Sprecher heißen Marketing. Was möchtest du positionieren oder wie willst du es präsentieren? Was ist dir wichtig und womit willst du halt auch punkten? Also es gibt bestimmte Sachen, die sind dir halt wichtig, zum Beispiel, dass du halt die Nähe zu Berlin hast, 45 Minuten mit dem Auto oder zwei Stunden bis nach Hamburg. Trotzdem hast du aber deine Ruhe. Du hast eine uni mit knapp 1300 Studierenden, die kennen sich untereinander. Für uns sind es halt nicht Matrikelnummern, sondern Personen dahinter. Wir kennen alle mit Namen, Wir haben hinterher ein großes Netzwerk an Alumni. Das heißt jetzt auch nach dem Studium sind die weiterhin connected. Während des Studiums sind die, die in älteren Semestern sind, für die Jüngeren da, geben Vorlesungen, unterstützen sich gegenseitig und helfen den anderen durchs Studium.
00:17:02: Marc Thomalla Und dieses Persönliche, das ist halt nicht umsonst den Hashtag mhbfamily. Das ist tatsächlich so. Das fand ich halt auch, als ich extra reingekommen bin, nicht eine Ahnung gehabt, reingerutscht. Das fand ich super interessant, weil es war das erste Mal das Gefühl hast, OK, mit wenigen Ausnahmen hast du wahrscheinlich immer, aber das ist tatsächlich so ein Familienbetrieb, nenne ich es mal. Und das fand ich interessant und das ist immer das, was wir nach draußen dann zeigen müssen und auch wollen. Du entscheidest dich ja dann gefühlt extra dafür für Neuruppin. Ich komme aus Hamburg. So als ich das erste Mal Neuruppin war, dachte ich, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Ich finde, das ist für mich wie Urlaub. Ich bin einmal im Monat für drei, vier Nächte da. Das ist wie Urlaub. Es ist einfach schön. Das ist das alte Kopfsteinpflaster, die schöne Beleuchtung, der See auch in Brandenburg, das ist alles schön Und das ist halt wirklich entschleunigend. Und ich glaube, wenn du in Ruhe studieren möchtest, ist das manchmal für einen wertvoller, als in eine große Stadt zu gehen oder ins Ausland zu gehen. Und das fand ich halt eben interessant, wenn du sowas halt im Content platzieren kannst, sei es jetzt TikTok, weil wir es jetzt so oft genannt haben, aber eben auch bei Instagram beispielsweise oder YouTube oder auch auf der Webseite sowas mal zu kommunizieren.
00:18:08: Marc Thomalla Das ist einfach wichtig.
00:18:09: Ina Teloudis Vor allem kann man sich dadurch natürlich auch differenzieren von anderen.
00:18:13: Patricia Hennings Ja, ich glaube auch diese Differenzierung und diese Markenschärfung wieder auch zu überlegen und das habe ich auch in vielen Gesprächen, ja Mensch, wir haben einen aufwendigen Markenprozess gemacht und ich weiß jetzt aber gar nicht so diesen nächsten Step auch wie spiele ich das denn jetzt bei Instagram? Wie mache ich das denn bei TikTok? Was ist denn jetzt wichtig auf der Website in der Informationsphase für die potenziellen Studierenden dann auch darzulegen? Ich glaube, das ist halt das, was dann halt auch so dieser nächste aufwendigere Step ist, weil ich glaube, viele wissen, das sind wir als Marke, das ist uns wichtig, Das sind unsere USPs, aber dieses wie gehen wir das dann jetzt auch an? Mir wird ja auch hier oftmals der Pragmafilter nachgesagt.
00:18:51: Ina Teloudis Absolut.
00:18:52: Patricia Hennings Dieses pragmatisch an die Sachen heranzugehen Und Marc, du sagtest es zu Beginn auch lieber mit 80 prozent einmal rauszugehen und zu sagen, okay, wir testen das jetzt und das wissen wir gerade aus dem digitalen Bereich, Test and Learn, also wirklich rauszugehen, zu gucken mit einem Testansatz auch, aber auch wirklich aus den Fehlern Learnings zu ziehen und zu gucken, okay, wie stehen wir auf und wie gehen wir da im nächsten Step halt auch einfach besser dran. Wir waren jetzt gerade in dieser für mich schon sehr starken Awareness Phase und jetzt auch so in dieser Informationsphase aus meiner Sicht, so wie was ist wichtig für die Website? Du hast eben auch so über die Eltern, Multiplikatorinnen und Co. Gesprochen. Wie ist das denn bei euch? Das habt ihr ja auch verändert, diese gesamte Bewerbungsphase. Wie sieht das bei euch aus? Also wie seid ihr das auch angegangen?
00:19:41: Marc Thomalla Genau, du musst differenzieren bis zum Eingang der eigentlichen Bewerbung und dahinter das Bewerbermanagement oder ist es bei uns getrennt? Also bei mir in dem Bereich, Was wir geändert haben, ist, wir haben im Sommer 25 ü okay, diesen richtigen Vertrieb hat die MHB nicht bislang, sondern es gab eine Studienberatung, die hat einen guten Job gemacht, es kam Anrufe rein, es gab eine Frage, es kam eine E Mail rein, es wird geantwortet, Haken dran, aber es wurde nicht nachqualifiziert. Oder auch wenn du halt Leads eingekauft hast von Studentenportalen beispielsweise, wenn man nachfragt, okay, was kam denn dabei rum? Weil das ist ja nicht wenig Geld. Manchmal gibst du 50 60 aus für einen Kontakt, okay, was ist aus denen geworden? Oh, gute Frage. Und da war halt die Überlegung, okay, da haben wir dann halt im Sommer drüber gesprochen, dass ich eben aus der Performance Ecke zuletzt kam, was natürlich auch kritisch durchaus beäugt wurde, weil wenn du aus dem Casino Business kommst und dann kommst du zu einer seriösen Hochschule, okay, was will denn der Casino Fred jetzt da? Am Ende lernst du aber auch hammerhart dahinter, wie wichtig das ist, Sachen zu qualifizieren und permanent zu überprüfen.
00:20:42: Marc Thomalla Und deswegen haben wir das eben geändert. Wir haben gesagt, okay, wir machen diese klassische Studienberatung nicht mehr. Wir ziehen das rüber in die Unternehmenskommunikation zum Team von Eric Hoffmann, wo ja auch schon Presse und somit trainiert und mein Social Marketing Bereich und wir haben quasi einen Vertrieb daraus gebildet. Wir haben dafür neu eingestellt und das versucht, alles schneller zu machen. Also nicht nur, dass wir eigene Sachen beantworten, Wir haben mit HubSpot jetzt ein CRM Tool eingeführt, wo wir viel besser qualifizieren können, Woher kommt der, wie oft hatte der schon Kontakt, für was interessiert er sich überhaupt und dann auch nachhalten zu können. Jetzt seit kurzem auch endlich automatisiert dahinter. Das heißt, wir können per Knopfdruck jetzt OK gucken, mit wem hatten wir Kontakt, war das erledigt, kam dann noch mal, war dann noch mal unterwegs, hat er noch eine Frage. Also das ist ja schon eigentlich basic von CRM, vom Klassischen, was wir eben noch ergänzt haben. Jetzt ist ganz ganz neu zum Beispiel ein Chatbot mit drin, der funktioniert richtig krass, richtig viel genutzt, erstaunlicherweise. Ich bin da sehr begeistert von, also auch das einfach mal ausprobiert, vielleicht mal von wegen Attention und so.
00:21:40: Marc Thomalla Ich bin ein Freund von einfach mal machen mit diesen 80 Prozent und das war beim Bot auch so. Wir wollten eigentlich nur WhatsApp integrieren mit dem Dienstleister zusammen und dann sehe ich, der hat auch ein Chatbot so eine Woche angelernt, das Ding funktioniert wie Sau und das sind so Sachen, das musst du dich einfach dann mal trauen und machen immer so schön hinterher um Entschuldigung bitten, als vorher um Erlaubnis fragen kann. Manchmal funktionieren das nicht immer gut, aber man muss auch mal schnell sein, finde ich. Und das ist eben, das hast du durch Casino gelernt oder auch durch meinen Job damals bei Freenet. Wenn du dir zu viel Zeit lässt, wirst du einfach überrannt. Und das ist nun mal ein Wettbewerb um Studienplätze, weil der wechselt nicht in zwei Jahren und holt sich das nächste Handy sondern der macht da seine x Semester Studium, im besten Fall ist er fertig oder sie und dann ist Ende im Gelände, dann ist der Lead für dich nichts mehr wert. Deswegen haben wir da versucht umzustellen, viel schneller zu werden, proaktiver zu werden, zu gucken, was ist die konkrete Anfrage und wenn es sehr spezifisch ist, sogar wenn die Telefonnummer dabei ist, anzurufen und es gibt ja viele Leute mit Telefonphobie und sowas, aber wir haben mittlerweile gemerkt, die Leute freuen sich tatsächlich, wenn die Studienberatung in Form von einer netten Stimme dort anruft und sie oder du, je nachdem wie die Ansprache war, haben sich gemeldet, hast dich gemeldet, ich erkläre es dir gerne mal kurz.
00:22:50: Marc Thomalla Super. Im besten Fall können wir die Leute dann auch direkt in so eine Online Sprechstunde verhaften, dass sie halt eben wissen, okay, da kriege ich mehr Informationen, das läuft super und von den Zahlen her kann ich jetzt schwer sagen, wir sind gerade noch mitten im Prozess und so, aber ist ja im Moment so, dass über Uni übergreifend die Zahlen ja rückläufig sind. Wir halten sie mindestens stabil und Erwachsene in bestimmten Bereichen auch wieder. Und ich finde, das ist aber auch ein Prozess, das ist nichts, was du in zwei Monaten änderst und dann läuft der Laden wieder. Auch das ich bei sowas eigentlich ungeduldig, aber am Ende musst du denen auch Zeit geben. Da reden wir teilweise von sechs bis zwölf Monaten, bis du Effekte siehst, einfach weil es ein langwieriges Produkt ist. Aber die Schritte sind da gelegt und das muss man halt auch so machen dann. Also man muss viel proaktiver werden, nicht nur reagieren, sondern auch agieren und zwar auch gerne mal einfach machen, ob man mit dem Plan dahinter nicht so verkopft und zu sagen, okay, boah, wie mache ich das jetzt? Ich weiß, wie meine Marke dasteht, wie mache ich das denn jetzt?
00:23:43: Marc Thomalla Weil wenn du zu viel überlegst, hast du eigentlich schon verloren.
00:23:46: Patricia Hennings Ja, ich glaube auch dieser wichtige Step von euch, Marketing und Vertrieb enger zusammenzubinden und ich kenne das aus meiner Vergangenheit auch bzw. Auch aus dem, was wir auch so für Hochschulen und Unis machen, ist es oftmals so, dass dieser Punkt, ja, da müssen wir doch noch mal mehr Budget raufgeben, da muss doch noch mal mehr Budget drauf, sodass wir quasi oben im Trichter immer mehr reinkippen. Aber was machen wir denn mit denjenigen, die ja dann da sind? Und dieses wirklich danach zu halten in dieser Phase wirklich auch schnell zu sein, nachzufassen, ohne zu doll irgendwie auf die
00:24:24: Marc Thomalla Tube zu Es soll nicht aufdringlich sein,
00:24:26: Patricia Hennings es darf nicht aufdringlich sein. Es gibt ja auch da einige Beispiele, wo das auch viele Anrufe oder dann oftmals noch mal wieder per Post und dann denkst du schon, oh man, jetzt ist doch mal langsam gut. Das ist schon auf jeden Fall wichtig, da eine gute Waage quasi zu halten. Aber ich glaube, das ist das A und O, wirklich sich auch da Gedanken zu machen, wie kann so ein Prozess quasi dieser Bewerbungsprozess dann nachher auch optimiert und automatisiert werden. Das ist entscheidend.
00:24:53: Marc Thomalla Genau. Ja, am Ende, du musst halt schon schnell sein. Das ist das schon, Weil ich meine, wenn man an sich selber mal denkt, du stellst irgendwo eine Anfrage, vielleicht ist es per Formular oder welcher Weise auch immer und am Ende erwartest du normalerweise eine relativ zügige Antwort. Also ich persönlich werde schon nervös, wenn ich innerhalb von 12 Stunden keine Antwort. Kriege. Je nachdem, was es ist. Wenn jetzt irgendwo Internet ausfällt, erwarte ich in einer Viertelstunde eine Antwort. Ist ein anderes Thema, wenn du digital arbeitest. Richtig. Aber selbst wenn du eine E Mail schreibst mit einer Frage und du kriegst einen Autoresponder, ja, wir antworten dir in 72 Stunden, wäre mir persönlich schon viel zu lange. Und das ist es halt. Also du brauchst eine gute Vertretungsregelung für den Urlaub. Du brauchst natürlich Automatismen dahinter. Aber auch da haben wir auch überlegt, als wir HubSpot eingeführt haben, ich bin großer Freund von Automatisierung, aber wie viel darfst du und willst du automatisieren, wie viel willst du aus der Hand geben? Und deswegen haben wir den Leuten jetzt die Wahl gelassen, sie können jetzt seit kurzem entscheiden. Ich möchte erstmal meinen Chatbot klären, der funktioniert hervorragend gut, wie gesagt, weil der halt vom Internet abgekoppelt wurde.
00:25:50: Marc Thomalla Ich habe ihm nur die Quellen gegeben, die wir auf der Webseite haben oder auf bestimmten Sales Seiten haben. Das heißt, er zieht sich alles nur nicht von irgendwelchen anderen dubiosen Quellen, die vielleicht alte Daten haben, sondern zieht sich alles von meiner Webseite. Und das ist eben auch der Unterschied. Dann kriegen Leute superschnell eine Antwort und wenn sie nicht weiter wissen, ein Knopfdruck reicht, bleibt in der Studienberatung natürlich Samstag, Sonntag wissen die auch, da wird dann halt nicht gearbeitet. Aber ansonsten haben sie 24, 7 jetzt mittlerweile die Möglichkeit da Hilfe zu kriegen oder eben auch schnell per WhatsApp als neuer Kanal, einfach weil du das Ding immer auf der Hand hast. Ich habe eine Kollegin bei mir im Studiteam quasi, die liest ihre E Mails einfach nicht. Das heißt, wenn wir über Teamvereinigung machen, muss ich ihr per WhatsApp Bescheid sagen, was okay ist. Aber du siehst zumal, wie sie es verschiebt, damals Mitte 20 und die ist ihre E Mails nicht. Und da musst du halt ein bisschen umdenken. Oh geil, Newsletter, wir verschicken keine Newsletter. Wir verschicken nicht einen Newsletter machen wir nicht. Wir verschicken an die Kontakte, die wir als Lead qualifizieren, die sich für einen bestimmten Studiengang interessieren, drei, vier, fünf Monate mal eine Hey, übrigens, der endet eine Bewerbungsfrist, hast du noch Interesse?
00:26:53: Marc Thomalla Wenn nicht so das ganze Automatisieren dahinter kannst du zwar machen, aber dann verlierst du schnell das Gefühl von dem, was die Leute interessiert oder wie gut kann ein System überhaupt automatisieren und auslesen? So ein Chatbot ist einfach, aber in so einer Formularnachricht mit fünf Fragen, die soll das Tool automatisiert darauf antworten oder auch gucken, okay, was für eine Antwort macht da wirklich Sinn? Ist die echt? Deswegen haben wir uns dagegen entschieden, das zu automatisieren. Spätere Workflows, da sind wir aktuell tatsächlich gerade dran. Das heißt, wenn wir wissen, dass die Person zum Beispiel bei einer Online Sprechstunde dabei war, dass die dann noch mal remindered wird, künftig automatisiert. Hey, die Bewerbungsfrist übrigens endet jetzt für Humanmedizin. Wenn du dich noch bewerben willst, sieh mal zu, sonst geht es ins nächste Semester.
00:27:35: Ina Teloudis Das ist aber immer alles bedürfnisorientiert. Immer alles bedürfnisorientiert für den potenziellen Studierenden.
00:27:41: Marc Thomalla Aber das ist ja das, was du eben musst. Du kannst ja nicht mit der Gießkanne oder eben einfach mal Budget oben rauf kippen. Es bringt dir vielleicht mehr Reichweite und mehr Klicks, aber am Ende bringt es dir am Ende doch nichts. Und deswegen musst du lieber gucken, OK, lieber weniger ist mehr in dem Fall. Lieber genau gucken, welche Maßnahmen bringen dir was. Ich habe Leute in unserem weiteren Dunstkreis, die super gerne Printanzeigen in Wochenblättern auf Sonntag schalten wollen, weil die mal eine Anzeige gesehen haben da drin. Ich mache das Wochenblatt hier auch auf, auf dem Sonntag bei uns im Findeberg. Ich hole mal den Prospekt von den Discountern raus, guck, ob es irgendwelche schöne Sachen gibt, den Rest schmeiße ich weg. Und da wollen wir doch bitte nicht für eine Anzeige schalten. Und das sind eben so Sachen, okay, du musst dich halt intern durchsetzen, aber eben gucken, okay, wo ist deine Zielgruppe, was interessiert sie, wie willst du sie abholen? Das ist eigentlich das A und O. Alles andere ist erstmal egal. Also du musst gucken, wen möchtest du als Zielgruppe erreichen, Wenn du zum Beispiel ältere Zielgruppe hast oder halt voll auf hybride Studiengänge gehst oder wirklich auf Fernstudium und so, da hast du auf einmal deutschlandweit, europaweit, je nachdem welche Sprachen du anbietest, kannst du halt anbieten.
00:28:43: Marc Thomalla Wir haben Standorte Neuruppin und Brandenburg in dem Sinne und Rüdersdorf. Wir brauchen jetzt nicht zwingend irgendwelche wichtigen Anzeigen in München schalten, Wir haben Bewerbungen aus ganz Deutschland, aber ich sag mal, der große Kern ist aus der Region Berlin Brandenburg. Also warum soll ich so weit raus? Gleiche wie mit Messen muss ich wirklich mit viel Aufwand nach München und sonst dieses Jahr tun, wenn man nach Köln zum ersten Mal, weil wir auch im NRW Bereich durchaus auch nicht wenig Bewerbung kriegen. Aber lohnt sich der Aufwand dahinter? Und das muss ich halt grundsätzlich bei allen Maßnahmen fragen. Welcher Aufwand lohnt sich? Was kannst du automatisieren? Was solltest du nicht automatisieren? Und am Ende musst du es probieren und entweder scheiterst du oder es funktioniert.
00:29:21: Patricia Hennings Und das ist ja auch was, was ich meine Kunden auch immer wieder frage, auch bei all dem, wie du sagst, wenn ich zum Beispiel auch Kampagnen schalte und Co. In welchem Radius? Was sind wirklich diejenigen, die nachher auch gar nicht die, die den abgeschlossenen Vertrag, sage ich mal, machen, sondern die, die nachher wirklich bei euch sitzen. Woher kommen die, welcher Postleitzahl Einzug ist das? Und wo macht es Sinn, wirklich auch Kampagnen zu fahren? Und natürlich kann man auch da wieder gut testen, aber da wird man jetzt auch nicht in vier Wochen quasi wissen, ob es, ob es funktioniert hat und deswegen umso besser, wenn man wirklich den Lead, so will ich es jetzt mal sagen, wirklich vom ersten Klick bis zum abgeschlossenen Vertrag und wirklich dann auch sitzenden Studenten vor Ort nachverfolgen kann und dann weiß, okay, das ist so wie du sagst, es ist eigentlich der Radius 100 Kilometer um uns herum. Wir gehen jetzt mal auf eine Messe in Köln, wird man ja dann in einem Jahr oder in einem halben Jahr vielleicht auch sehen können, okay, hat uns das was gebracht? Und auch da natürlich zu testen, dann weiß man, es ist jetzt keine vier Wochen, die ich da irgendwie in dem Zeitraum habe, sondern es ist halt ein bisschen länger.
00:30:27: Patricia Hennings Aber auch da wieder wirklich auf seine Daten sozusagen zu gucken und zu wissen, das hat es gebracht oder das hat es halt nicht gebracht.
00:30:36: Marc Thomalla Richtig, genau. Sowas ist halt ein langwieriger Prozess. Also das kannst du ja nicht so schnell entscheiden. Natürlich existieren natürlich schon Daten da dadurch, dass bereits alles, als ich angefangen hatte, Google Analytics und Co. Schon alles verknüpft war, konntest du natürlich raufgucken. Aber auch da online haben wir auch Kampagnen laufen, auch da gemerkt, das kannst du durchaus deutschlandweit schalten, bestimmte Sachen. Das ist ja nicht schlimm, weil wir wissen, dass wir auch deutsch oder im deutschsprachigen Raum, auch Österreich und Schweiz, dass wir durchaus die Leute da auch erreichen. Und allein auch fürs Branding, ich meine Branding, ich habe ein paar Jahre lang auch im Bereich Predictive Behavioral Targeting gearbeitet, wo es genau darum geht, okay, wie oft muss ich wem welche Werbung vors Gesicht schieben, damit er es dann toll findet. Das war ein riesenkunde damals mit L' Oréal zum Beispiel, das waren super interessante Cases. Am Ende kam raus, 8,6 mal muss jemand so einen Banner sehen, bevor er dann wirklich draufklickt und auf der Landingpage landet. Also wie oft Branding kannst du schwer messen und Branding ist am Ende kein Lied. Branding ist am Ende eine Wahrnehmung und das zum Beispiel bei der MAB auch ein ganz wichtiges Thema.
00:31:32: Marc Thomalla Teilweise kennt man dich noch nicht mal in Neuruppin, weil du halt so speziell bist und deine Zielgruppe so hart eingetaktet hast, was ja einerseits gut ist, andererseits geht das natürlich total negativ aufs Branding. Aber das muss man differenzieren. Wenn du halt ein Branding willst, dann kannst du auf einmal vielleicht irgendwelche Wochenblätter mal reinschnuppern oder irgendwelche Out of home Kampagnen fahren. Bringt es dir zwingend was für deine Zielgruppe? Weiß ich nicht, vielleicht wir schalten zum Beispiel in der Tram in Potsdam, bisschen Werbung für unseren Taglöffnen Tür und für die neue Zahnklinik, die wir Ende August eröffnen. Deutschlands modernste in einem alten E Werk wird gerade komplett entkernt. Das wird ein super Ding. Da schalten wir Werbung. Der Spot läuft 8 Sekunden, da brauchst du keinen QR Code platzieren zum Messen. Keiner wird in 8 Sekunden, oh, was läuft denn da? Ich hole mal eben mein Handy raus, öffne mal Kamera, verdammt, Gesichtserkennung geht nicht, Maske auf, Brille auf, keine Ahnung was, so Werbeanzeige weg. Das sind so Sachen, das kannst du nicht messen, aber das war auch nicht teuer. Deswegen nimmt man das mal mit. Und das ist eben so eine Mischung aus allem, was du am Ende machen musst.
00:32:28: Marc Thomalla Du musst einfach probieren machen. Du brauchst aber auch das Vertrauen dahinter. Also auch bei unserem Kanzler, ich erinnere mich an unser Vorstellungsgespräch, wo ich ihm auch gesagt habe, für mich in dem Moment zumindest war es halt ein Produkt. Für mich ist das vielleicht emotionsloser, sage ich mal, als vielleicht für andere, die seit Jahren lehren, was auch völlig in Ordnung ist. Für mich im Vertrieb, sage ich mal aus der Sicht, ich will was verkaufen, für mich ist es ein Produkt, für mich ist es ein Handyvertrag, ein teurerer Handyvertrag. Aber am Ende ist das Ziel das Gleiche. Du möchtest ja dich positionieren, du möchtest ja auch etwas verkaufen. Am Ende ist es ja ein Verkaufsprozess. Das ist halt ein sehr langwieriger. Und da musst du halt permanent darauf hinarbeiten und schärfen und immer am Markt sein, was ist gerade aktuell, mit welchen Tools kannst du arbeiten, welchen Kanälen passiert wie, was. Und am Ende muss man sich dann einfach treu bleiben, aber auch machen und durchziehen. Wie gesagt, das ist nichts, wo du nach 3 Monaten bewerten kannst. Okay, funktioniert nicht. Das kannst du mit Postings machen, ja, kriegen die mehr Aufrufe oder nicht? Aber du kannst nicht nach drei Monaten sagen, das funktioniert für uns oder es funktioniert nicht.
00:33:27: Marc Thomalla Vor allem nicht, wenn du erst anfängst,
00:33:29: Ina Teloudis wenn du jetzt morgen, ich sag mal, Summe X in die Hand gedrückt bekommen würdest und dir gesagt wird, damit kannst du jetzt das umsetzen in Sachen Customer Journey, Optimierung, was du schon immer machen wolltest. Was wäre das? Was würdest du tun?
00:33:43: Marc Thomalla Haben wir vor ein paar Monaten mal drüber gesprochen. Ich hätte mega lust mal vor 20 Uhr 15 TV Spot auszuprobieren. Erstaunlich, hat mir auch keine. Wir haben gesagt, okay, was ist, wenn ich dir jetzt gebe? Dann würde ich losrennen und gucken, ob ich um 20 Uhr 14 vor Tatort einen Spot schalten darf, weil dann kriegst du vielleicht die Leute nämlich genau rein, die vielleicht Interesse haben, sei es dann die Eltern oder je nachdem, was du eben halt machst. Ich würde gerne mal im TV Bereich testen, wenn es nicht so teuer wäre. Da haben wir auch durch den Casino Bereich, wir haben dadurch Erfahrung gesammelt halt einfach. Wir wussten zum zu Freenet Zeiten schon Anfang 2000, als ich da angefangen habe, waren wir 20 Mitarbeiter. Ich war einer der ersten Mitarbeiter von Freenet damals 20 nachher haben wir Mobilcom gekauft, Tiscally gekauft, als ich gegangen bin, nach genau sieben Jahren waren wir sechseinhalbtausend Mitarbeiter.
00:34:30: Ina Teloudis Ja, Wahnsinn.
00:34:31: Marc Thomalla Und Da habe ich zwei Jahre das Callcenter von Mobilcom umgebrandet in Freenet von 2001 bis 2003. Weiß ich noch, wie da alle saßen, Dann brüllte die Dame ins Headset TV Sport, dann wussten alle sofort, gleich kriegen wir hier die Telefone. Und dann ging das da runter. Da war vielleicht noch eine andere Zeit, da gab es kein Facebook und so, aber das war super, super spannend und das war im Casino Bereich auch noch so. Wenn du da zu bestimmten Primetimes deine Spots laufen hattest, dann wurdest du wahrgenommen. Und deswegen würde ich das tatsächlich für die Hochschule gerne mal testen. Wenn jemand zuhört, was sponsorieren möchte, bitte einmal melden. Ich würde super gerne mal so einen TV Spot testen oder so.
00:35:04: Patricia Hennings Kennst du dieses Addressable TV? Genau, Also sowas haben wir zum Beispiel auch schon mal ausgetestet für einen Kunden, dass du ja in dem Umkreis der Städte sozusagen dann auch werben kannst. Ist dann eben nicht so ganz so teuer, wie wenn man vor Tatort,
00:35:24: Marc Thomalla Aber
00:35:25: Patricia Hennings ist auf jeden Fall auch noch mal eine gute Möglichkeit, wenn man so wie du sagst, für Reichweite, Reichweite, wirklich Reichweite, Reichweite, Reichweite ist es ja dann am
00:35:34: Marc Thomalla Ende bringt das vielleicht auf jeden Fall mehr als die kleine Anzeige halt im Wochenblatt oder so. Ich meine, willst du nicht schlecht reden? Hat auch seine Sickleist, seine Bewandtnis. Aber wenn ich was aussuchen dürfte, wäre es erstmal das. Also grundsätzlich weiter auf die Zahlen gucken, aufs Tracking gucken, okay, wie performen deine Kampagnen? Ich schalte gar nicht mal so viele aus. Ich habe nur drei Google Kampagnen laufen, eine bei TikTok, eine bei Facebook. Und damit teste ich immer rum. Entweder bewerbe ich halt Infoabende oder mal den Tag der offenen Tür oder grundsätzlich mal das Medizinstudium. Einfach mal zu gucken, okay, wie läuft es so? Und dann siehst du auch, was macht der Wettbewerb? Du siehst ja auch dadurch, dass die Preise dann bei Google wird ja dann, hey, gib doch nicht x Euro auslohn, leg doch mal nochmal 1500 Prozent drauf, dann hast du das geil. Wenn ich es könnte, würde ich es machen. Also die Tipps sind immer großartig bei Google. Kein Wunder, dass das so gut läuft bei denen. Aber ne, du musst halt einfach ausprobieren und machen und ein bisschen länger Atem haben durchaus. Nach ein paar Monaten musst du einen Effekt sehen und wenn, da geht es nach oben, es geht nach unten, musst du halt hinterfragen, musst du halt hinterfragen, Lohnt es sich für mich?
00:36:36: Marc Thomalla Machen wir vielleicht was verkehrt. Auch da noch mal der Hinweis eben, viele gehen ja aus der Ich Perspektive. Ich glaube, das ist geil, dann machen wir das. Du musst authentisch bleiben und du musst die Leute einfach mit abholen. Und das ist, glaube ich, super wichtig, wenn man mutig bist, offen bist und mal einen Schritt machst, dann bist du ja auch Vorreiter und bist ja auch Motivator vielleicht für andere. Natürlich kriegst du da mehr Konkurrenz rein. Wenn jetzt jede Uni mit dem Chatbot daherkommt, besteht es auch nicht mehr. Da ist es ja immer so, die
00:37:00: Ina Teloudis Entwicklung ist ja aber sowieso da und die Diskussion zu dem Thema ist ja da. Was kann Chatbot? Kann der Studienberatung ersetzen? Antwort nein, aber wo kann er ansetzen?
00:37:12: Marc Thomalla Da kann er unterstützen. Und vor allem, es macht es halt schneller einfach. Und da, wenn du halt eben nicht lange warten willst, ist so ein Chatbot erst mal eine gute Wahl.
00:37:19: Patricia Hennings Wann kommen die Fragen auf? Die Fragen kommen doch auf. Wenn ich irgendwie, weiß ich nicht, abends noch am Computer sitze oder also jetzt auch aus Studisicht oder potenziellen Studierenden. Ich bin Abiturient und hab mit meinen Eltern irgendwie am Abendbrottisch gesessen und dann haben die mich Ja, sag mal, was ist denn jetzt eigentlich? Wo geht's denn hin? Und dann bin ich wieder aufgewühlt, gehe in mein Zimmer und fange dann an, auf dem Handy vielleicht so ein bisschen zu suchen. Dann habe ich doch die Fragen. Also es ist ja nicht so, dass dann, wenn eigentlich auch die Empfangszeiten, sag ich mal, sind, wo auch jemand da ist, wo man jetzt auch mal anrufen könnte, dann sind sie ja auch meist in der Schule oder unterwegs oder oder oder. Und dann dieser erste Impuls und ich habe jetzt eine Frage und die kann ich einfach reinstellen, ist egal, da sitzt ja jetzt eh keiner, sondern der wird mir das schon beantworten. Und wenn es dann tiefer einfach reingeht, dann wirklich jemanden zu haben und dann auch WhatsApp da mitzunehmen bzw. Dann auch die Möglichkeit, die Studienberatung zu erreichen, das ist doch auch ein richtig guter Drive, den ihr da habt.
00:38:18: Marc Thomalla Und deswegen ist es mit dem Chatbot natürlich cool, weil der zieht sich die Sache raus eben nochmal, Der holt sich ja nicht wie in ChatGPT die Sachen global von irgendwelchen dubiosen Webseiten, die uns vielleicht einmal aggregiert über irgendein Portal sich sehr beiseite über die MHB angelegt haben, sondern er zieht sich die Informationen von den Seiten, die ich ihm vorgebe. Und das sind halt nur ausschließlich eigens von uns gepflegt. Das heißt, es kann keine Fehlinformationen geben. Und bevor er es nicht weiß, sagt der Bot ich weiß es nicht, soll ich dich weiterleiten? Oder aber er Ich darf darüber keine Auskunft geben. Zum Kannst du mir einen Platz versprechen, wenn ich mich jetzt bewerbe? Nein, kann ich nicht, darf ich auch nicht. Also du kannst mir halt sagen do's und don'ts. Das finde ich halt eben gut. Und es ist erstaunlich, wie das angenommen wurde, so schnell deutlich mehr als WhatsApp, erstaunlicherweise.
00:39:02: Ina Teloudis Und da bin ich wieder bei dem, was du vorhin eingangs gesagt hast, wo du Herrn Stutrat Barrett zitiert hast. Wenn ich mich nicht irre, wie war das? Bitte um Entschuldigung, nicht um Erlaubnis.
00:39:12: Marc Thomalla Ja, das kannst du halt mal machen. Auch das ist halt Learning am Ende, wenn du viele Leute fragst, hat jeder grundsätzlich eine Meinung und wenn du Leute Meinung fragst, haben sie zumindest das Gefühl, dass sie Entscheidungsbefugnis dahinter haben, was oftmals ja nicht der Fall ist. Und du möchtest ja vielleicht nur eine Meinung von Leuten haben und dann sind die vielleicht angefressen, wenn du der Meinung sagst, okay, danke, aber match nicht mit dem, was ich mir gedacht habe. Und deswegen ist es halt manchmal, glaube ich, besser mal zu machen, wer zumindest größtenteils sicher sein kann, dass es okay ist. Ich weiß genau auch seitens der Hochschule, jetzt guck mal beim Casinobereich, da war Grauzone, da konntest du eher mal was machen. In einem Hochschulbereich, da bist du viel härter auf DSGVO beispielsweise unterwegs, da weiß ich genau, dass ich niemals im Leben irgendwelche Tools hinter der Hand irgendwo reindrücken würde, wo ich dann da weiß, ungeil. Und deswegen war mein erster Weg, aber transparente Kommunikation ist mir einfach sehr wichtig. Mein erster Schritt war sofort zum Betriebsrat zu gehen, weil die müssen es eh erstmal genehmigen. Das heißt, bevor es überhaupt bei der IT landete, wenn es denn nötig ist.
00:40:13: Marc Thomalla Sachen, die müssen zur IT, Sachen, die müssen nicht zur IT, bevor es überhaupt bei der IT landet. Da habe ich dem Betriebsrat ganz genau erklärt, darum möchte ich das haben, darum ist es für die MAB wichtig, das verspreche ich mir. Davon könnt ihr euch das bitte angucken und mir freigeben. Das habe ich jetzt zwei, dreimal gemacht, jedes Mal nach einer Woche die Freigabe bekommen, dann kann ich mit gutem Gewissen, so, jetzt mache ich weiter, ob ich jetzt noch ihn fragen muss oder nicht. Ich versuche es halt klein zu halten im Rahmen. Wir versuchen im Team zu entscheiden, was macht wo Sinn und setzen es dann um. Natürlich könntest du, wenn es einen Studiengang Zahnmedizin betrifft, einige Professoren zum Beispiel fragen, was hältst du davon und so. Aber wenn wir glauben, das ist nur sales relevant, das ist nicht lernrelevant, dann ist es mal nett, Leute zu fragen. Auch der Austausch ist auch immer da, aber es ist halt nicht zielführend. Und das ist auch nochmal, wenn du anfangen möchtest mit Social Media beispielsweise für deine staatliche Hochschule beispielsweise, ist es nicht gut, 15 Leute zu fragen, sondern im besten Fall fragst du ein, zwei Leute oder die, die es am Ende abnicken müssen oder den Kopf halten müssen, fragst darf ich grundsätzlich mal machen?
00:41:13: Marc Thomalla So, und dann fängst du mal an. Wenn du aber anfängst, jeden zu fragen, dann kommt besagter Instagram Hasser vielleicht daher und Boah, wenn du das machst, also ich schmeiß sie hin und geh weg, ich gehe zur Konkurrenz. Also alles schon gehört. Aber wenn du halt eben alles immer tausendmal abstimmst, dann wirst du zu langsam. Also das dauert einfach alles zu lange. Das ist egal an welcher Stelle, sei es Social Media, sei es studentische Studienberatung oder Studienberatung per se. Wenn du zu langsam bist, hast du schon verloren.
00:41:38: Ina Teloudis Das ist ein schönes Schlusswort. Marc. Vielen, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, ein bisschen zu plaudern, wie es bei euch so läuft.
00:41:44: Marc Thomalla Sehr gerne, danke für die Einladung. War sehr interessant.
00:41:47: Ina Teloudis So, das war jetzt eine ganze Menge, was wir besprochen haben, eine ganze Menge Infotrizi. Kannst du einmal versuchen, jetzt für uns alle noch mal so die Main Takeaways zu zusammenzufassen?
00:41:55: Patricia Hennings Ja, na klar, sehr gern. Also wenn wir uns jetzt einmal die Journey anschauen, dann sind es eigentlich für mich diese fünf Kernpunkte. Und zwar ist es einmal der Marathon Charakter. Wir müssen einfach akzeptieren, dass die Candidate Journey ein wirklich hoch emotionaler Prozess ist, der oft schon zwei bis drei Jahre vor dem eigentlichen Studienstart in der zehnten oder elften Klasse beginnt und eine wirklich auch langfristige Begleitung braucht. Dann ist es aus meiner Sicht auch der Punkt, dass die Authentizität gewinnt. Das heißt, die jungen Leute nutzen Kanäle wie TikTok vor allem um. Die echten Menschen und das wirkliche Leben an der Hochschule, an der Uni zu sehen. Und diese authentischen Einblicke sind am Ende oft das Zünglein an der Waage für die entsprechende Entscheidung. Und das ist natürlich wirklich sehr, sehr wichtig. Ansonsten ist es auch, dass aus meiner Sicht bzw. Aus dem, was wir heute auch alles besprochen Speed ist alles. Die Fragen entstehen oft abends am Küchentisch und deshalb ist die Reaktionsgeschwindigkeit natürlich auch total entscheidend. Und auch aus diesem Grund sind Tools wie zum Beispiel ein Chatbot auf der Website oder WhatsApp einfach Dinge, die uns helfen können, diese Impulse einfach auch 24 7 abzufangen.
00:43:06: Patricia Hennings Und genau dann, wenn eben potenzielle Kandidatinnen, Bewerber innen auf der Suche nach Informationen sind, wollen sie sie einfach just in time haben. Ein weiterer Punkt aus meiner Sicht ist, dass wir auf jeden Fall versuchen sollten, die Journey messbar zu machen, denn ohne ein CRM System tappen wir einfach im Dunkeln, müssen die Reise wirklich versuchen, vom ersten Klick bis zur Immatrikulation nachverfolgen zu können, um Interessenten zum richtigen Zeitpunkt, zum Beispiel kurz vor Bewerbungsschluss, eben auch noch mal gezielt ansprechen zu können. Weil das, was wir heute auch gesagt haben, die Journey kann zwischen 20 bis 30 Touchpoints sein, bis ein potenzieller Kandidat eben den Studienvertrag unterschreibt bzw. Sich eben auch bewirbt. Und mein letzter Take away ist, dass wir wegkommen vom Reagieren, mehr hin zum Agieren. Das heißt, wir haben das natürlich auf der einen Seite, dass wir im Marketing immer versuchen, ganz viele Kontakte zu generieren. Wir warten so auf die E Mails, dass sie reinkommen bzw. Dass jemand Informationsmaterial oder Infomaterial einfach sozusagen sich holt. Aber wir müssen versuchen, aus Marketing Sicht bzw. Auch aus Sales sichtbar einen bedürfnisorientierten Vertrieb zu schaffen, der auch mal zum Hörer greift, der automatisierte Workflows nutzt, um einfach die Vielzahl an Kontakten, die es gibt, durch diese Journey auch bestmöglich durchzuführen und sozusagen von einer aktiven Bewerbung den gesamten Entscheidungsprozess eben auch damit zu gestalten.
00:44:41: Patricia Hennings Ja, das sind meine Takeaways.
00:44:44: Ina Teloudis Klingt nach einer ganzen Menge Hausaufgaben. Dankeschön. Das war sie, Folge 17 von Inside Hochschulkommunikation mit einem Deep Dive in Sachen Candidate Journey bei den Studis. Wenn euch die Folge gefallen hat, bewertet uns gerne bei Spotify oder auch bei Apple Podcast und teilt die Folge gerne mit euren Kolleginnen und Kollegen und wir hören uns in 14 Tagen wieder. [?] Marc Thomalla: Ja, sehr gerne. Danke für die Einladung, war sehr interessant.
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