Folge 24 - Wenn der Notfallplan nicht greift: Krisenkommunikation in der Hochschulpraxis

Shownotes

Krisen oder Lagen an Hochschulen halten sich an keine Dienstpläne. Wenn der Campus digital oder politisch brennt, hilft kein Standard-PR-Sprech mehr. Wie sieht gutes Krisenmanagement und echte Krisenkommunikation an der Hochschule in der Realität aus? In Folge 24 von Inside HKomm springen wir aus der Theorie in die Praxis. Dr. Elisabeth Hoffmann (Universität zu Köln) und Lisa Dittrich (JLU Gießen) haben den Cocktail aus Adrenalin, öffentlichem Druck und Schlafmangel bereits gekostet. Ob ein massiver Cyberangriff, der die komplette digitale Infrastruktur lahmlegt, oder ein politischer Konflikt, der internationale Medien auf den Plan ruft – wir besprechen, was im Ernstfall wirklich zählt. Gemeinsam mit Kommunikationsexperte Alexander Balow (MANDARIN EDU) blicken wir hinter die Kulissen der Krisenstäbe. Wir reden Klartext darüber, warum theoretische Vorab-Konzepte in der ersten Stunde oft nutzlos sind und an welchen Stellschrauben ihr drehen müsst, um den Überblick zu behalten. Wie bereitet ihr euch auf Lagen vor, die man eigentlich nicht planen kann? Und was braucht es wirklich, um ein Team durch monatelange Ausnahmesituationen zu führen, ohne dass die Substanz leidet? Eine Folge für alle, die in Extremsituationen handlungsfähig bleiben wollen und sicher durch die Ausnahme Lage navigieren wollen.  Shownotes

Die Stimmen in der Folge 24 Dr. Elisabeth Hoffmann Dezernentin Kommunikation und Marketing (CCO), Universität Köln 🔗 https://portal.uni-koeln.de/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/elisabeth-hoffmann-13a80693/ Lisa Dittrich Pressesprecherin, Justus-Liebig-Universität Gießen 🔗 https://www.uni-giessen.de/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lisa-dittrich-197176185/ Alexander Balow Kommunikationsexperte, MANDARIN EDU 🔗 www.mandarin-edu.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/alexandervbalow/ Ina Teloudis Redakteurin und Moderatorin, MANDARIN EDU 🔗 www.mandarin-edu.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/ina-teloudis-3679b4a2/

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00:00:03: Insight Hochschulkommunikation von Expertinnen für Experten.

00:00:10: Alles rund um Kommunikation VR, Marketing und Digitalisierung an Hochschulen- und Forschungseinrichtungen.

00:00:18: Powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin Edu!

00:00:24: Herzlich Willkommen zu Insight-Hochschulkomunikaktion oder kurz INSIGHT HACOM.

00:00:29: Ihr seid hier genau richtig wenn ihr Hochschule- und Wissenschaftskommuniko gestalten weiterdenken und euch vernetzen wollt.

00:00:36: ich bin Ina Thiloudis.

00:00:37: Krisen oder Lagen an Hochschulen halten sich nicht an Dienstpläne.

00:00:42: Eskalieren gerne genau dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann und zerlegen jeden noch so sorgfältig ausgearbeiteten dreißig Seiten Notfallplan in Sekunden!

00:00:51: Das wissen alle – Hochschule und Universitäten sind längst keine Stellen elfen bei einem Terme mehr, denn es brennt, brennts auch ganz schnell öffentlich.

00:00:58: Und wir wollen heute ein bisschen aus der Theorie mal raus und die Praxis springen und fragen, wie sieht denn Krisenmanagement in der Realität eigentlich aus?

00:01:06: Und auch was macht denn dieser Cocktail aus Adrenalin, öffentlichem Druck oder vielleicht auch ein bisschen Schlafmangel mit uns ganz persönlich.

00:01:13: Dazu habe ich mir heute Expertenunterstützung an die Seite geholt vor allem zwei Frauen, die genau von diesem Adrenalinkocktail schon häufiger gekostet haben dürften.

00:01:21: Schön dass ihr da seid!

00:01:22: Das ist einmal Dr.

00:01:24: Elisabeth Hoffmann, CCO an der Uni Köln.

00:01:26: Hallo

00:01:29: Und Lisa Dietrich ist da.

00:01:30: Lisa ist Pressespeicherin der Justo-Glibik Uni in Gießen, hallo Lisa!

00:01:34: Hallo Ina!

00:01:36: Und mein Kollege bei mir an der Seite Kommunikationsexperte Alexander Barlow vom Mandarin aus Schwerin, halo Alexander!

00:01:42: Hallo iina!

00:01:43: Ja schön dass ihr da seid zumindest digital, werdet ihr so lieb euch einmal selber kurz vorzustellen?

00:01:50: Wer seid ihr?

00:01:50: was ist euer tägliches Doing vielleicht auch wenn nicht gerade irgendwo eine Krise zu kommunizieren isst?

00:01:55: Was macht er?

00:01:56: Wer möchte anfangen?

00:01:58: Ich kann gerne anfangen.

00:01:58: Ich bin der Lisa Bethoffmann, ich bin seit über vier Jahren Dezernentin Kommunikation und Marketing an der Universität zu Köln.

00:02:06: Davor habe ich ca.

00:02:08: in ähnlicher Position für die TU Braunschweig gearbeitet und gesprochen.

00:02:14: Ja genau!

00:02:15: Ich bin mit Initiatoren des Signakreises und in Krisen diverser Art mittlerweile geübt und vertraut.

00:02:25: Okay Dankeschön Lisa.

00:02:27: Ja, ich bin Lisa Dittrich.

00:02:29: Ich bin mittlerweile auch schon im zwanzigsten Jahr an der JTLU als Pressesprecherin.

00:02:35: Ursprünglich war ich mal Journalistin vor allem Nachrichtenagenturjournalismus.

00:02:38: und ja das Adrenalin was sich da so ein bisschen kennengelernt habe hätte ich tatsächlich nicht gedacht dass mich das im öffentlichen Dienst auch erwartet.

00:02:46: aber dazu gleich mehr.

00:02:49: Alexander magst du noch einmal kurz einen Rundumschlag machen?

00:02:52: Da kann ich den Ball sehr gut aufnehmen.

00:02:54: Meine Historie ist ähnlich wie bei Lisa, auch ich komme aus dem Journalismus war vor allem im Lokaljournalismus unterwegs und wenn ich mich daran erinnere dann spüre ich das Adrenalin förmlich noch.

00:03:04: Ich bin in der Kommunikation unterwegs und betreibe seit einigen Jahren auch beim Mandarin oder treibe dieses Thema Kommunikations mit voran?

00:03:13: Ich glaube wir sollten zum Einstieg vielleicht einmal kurz abgrenzen.

00:03:16: Kommunikation ist das eine, Krisenkommunikation das andere.

00:03:20: Erinnert ihr euch an einen Moment in eurer Laufbahn und dem ihr das erste mal gedacht hattet?

00:03:25: Okay!

00:03:26: Jetzt hilft uns kein Standard PR-Sprech mehr.

00:03:29: Kein Standard PR Wissen.

00:03:30: Das ist jetzt echt handfestes Krisenmanagement.

00:03:33: Das muss jetzt sowas von schnell gehen.

00:03:34: Gab es da so ein Moment die erste Krise?

00:03:37: diese Hängen blieb.

00:03:39: Ich weiß nicht, ob es die erste Krise war.

00:03:41: Aber es war eine Krise an der TU Braunschweig als einmal eine Rakete, die von einer studentischen Arbeitsgemeinschaft entwickelt und in den Luft geschossen wurde auf ein Haus gefallen ist.

00:03:53: Und da ist einem plötzlich klar Die nächste Woche, die nächsten zwei Wochen werde ich jetzt nichts anderes tun.

00:03:59: Dann wird der Schreibtisch erst mal leer gefegt, die E-Mails werden nicht mehr angeguckt.

00:04:03: Man fokussiert sich dann eben komplett auf dieses Ereignis Und die weiteren Ereignisse und Nachrichten, die dann eben folgen.

00:04:12: Gab es bei dir so einen Moment dieser?

00:04:14: Also den ganz krassen Moment hatten wir natürlich bei Jotelu Offline, wo klar war jetzt machen ein paar Wochen, Monate nichts anderes.

00:04:21: Natürlich hat man in den zwanzig Jahren vorher auch immer mal kleine Krisen gehabt aber ich hatte nicht dieses Gefühl.

00:04:27: okay jetzt hilft mir kein Standard per Air weil... aus der Richtung auch gar nicht komme.

00:04:32: Also ich habe ja auch bewusst den Schreibtisch gewechselt und bin an eine Universität gegangen, einfach wegen der Vielfalt der Themen die einfach jeden Tag anders sind.

00:04:40: das hätte mir glaube ich sonst sehr gefehlt als aus der Ecke aus der Ich komme und da eigentlich ist man ja gewohnt dass man sowieso jeden tag irgendwann anderes Thema auf dem Tisch hat.

00:04:51: Das muss ja gar keine Krise sein.

00:04:53: es ist ein spannendes Forschungsergebnis.

00:04:54: das ist wieder nehmende Frage der internen Kommunikation Und es muss aber sagen, das macht mir auch wirklich Spaß.

00:05:01: Ich die jeden Tag irgendwie neu darauf einzustellen.

00:05:03: was liegt denn heute an?

00:05:05: Ja, das ist das alte Nachrichtslagentur.

00:05:07: Das Feeling dass da dann noch wieder durchschwingt ne?

00:05:10: Mhm.

00:05:11: Jetzt hast du's ja gerade schon angerissen dieser magst du einmal für alle dies vielleicht nicht so gegenwärtig haben erzählen.

00:05:16: Was war da los?

00:05:18: Was war passiert?

00:05:19: Ja das war der achte december zwei tausendneinzehn Das war das Start-Datum für JTLU Offline, also das Cyberattacke auf unsere Uni.

00:05:30: Wir hatten so ein bisschen die zweifelhafte Ehre, die ersten zu sein – die erste große Uni, die davon getroffen wurde.

00:05:36: mittlerweile können da glaube ich sehr viele Kolleginnen und Kollegen nie von singen.

00:05:40: Damals war das noch sehr neu für uns.

00:05:43: Ja, ich habe es tatsächlich bildlich vor Augen.

00:05:45: Es gibt ja diese großen Krisen wo jeder weiß wo er gerade war.

00:05:48: Ich für meinen Teil saß mit einem Frischen Milchcafé mit einer Freundin von Matt Winsgranz und wir hatten gerade die zweite Kerze angezündet, als der Anruf vor meinem damaligen Chef kam.

00:05:59: Und ich muss gestehen, ich war am Anfang... Also er meinte haben Sie schon gehört das Internet ist weg?

00:06:03: Doch nicht so

00:06:04: gut!

00:06:04: Das Internet ist halt mal

00:06:05: weg, wo ist das

00:06:06: Problem?

00:06:06: Dann regnet es ja auch nicht gleich mit dem Schlimmsten ne man denkt.

00:06:08: Ich hab ja, ja.

00:06:10: Das SICK hatte dann aber sehr schnell ein und wir hätten an dem Sonntagabend schon gleich die erste kleine Krisenstabsitzung im Büro des Präsidenten Und ab dann war Alarm bis mal mindestens Weihnachten.

00:06:22: Dann ging es in den normalen Krisenmodus über nach der Weihnachtshause, die für viele so ein bisschen ausgefallen ist natürlich und raus waren wir eigentlich erst als Corona losging.

00:06:35: Da hatten wir dann die nächste Krise, die wieder um auch viele andere Kolleginnen und Kollegen getroffen hat und dann auch vieler ein Lied von Krisenkommunikation plötzlich singen konnten.

00:06:44: Das war, wenn ich noch mal ein bisschen mehr zu Jota Lo offline sagen kann.

00:06:47: Es ist so dass es an diesem Sonntag auffiel weil in unserer Tierklinik natürlich ganz normaler Betrieb war und da vielen Unregelmäßigkeiten mit den Datenbanken auf und Da wurde sehr schnell das Rechenzentrum informiert Und da hat man ganz ganz schnell den Stecker gezogen und was wohl auch ein Glück war Weil dann dieser Angriff eben nicht quasi komplett zur Ende geführt werden konnte wie wir wirklich die Daten erhalten konnten, also diese Verschlüsselung und dass wir auf Erpressungsversuche oder solche Gesichten mussten wir gar nicht eingehen.

00:07:19: Es war nur sehr viel Arbeit weil es ist schon einiges zerstört worden was vor allem die Nutzerberechtigungen anging und dieses ganze Sortieren und wir haben natürlich alle Systeme erst mal

00:07:28: runtergefahren.".

00:07:29: Und ich musste einmal nachfragen... Ich habe's nochmal nachgelesen, diese Situation damals das war ja wirklich alles komplett offline!

00:07:35: Also ihr hattet ja auch keine E-Mail mehr, keine Webseite mehr, Nichts.

00:07:42: Es ist ja also unvorstellbar auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite die entscheidende Frage wie habt ihr dann kommuniziert?

00:07:49: Wie habt ihr in dieser Krise halt auch zu euren Routinen gefunden wenn ihr nichts mehr hattet außer vielleicht einem Blatt Papier?

00:07:58: Tatsächlich war es so dass wir unsere Rechner erst mal nicht mehr anfassen durften.

00:08:01: Die wurden am Montag zugeklappt und dann auch erstmal waren die verbotene Zone.

00:08:06: Meine Kollegin war damals geistesgegenwärtig genug, sich am Sonntagabend noch mal einen groben Presseverteiler quasi abzuschreiben und wir hatten unsere iPads damals, da hatten wir uns vorsorglich besorgt.

00:08:17: Das heißt das waren im Grunde die mit einer kleinen Tastatur unserer Arbeitsgeräte der wir dann wirklich behelfsmäßig geschrieben haben und wir hatte natürlich Social Media.

00:08:27: also unsere Kommunikation hat ja funktioniert damals eben über Twitter und bei Instagram und damals auch noch Facebook genau Und so konnten wir zumindest kommunizieren und wie gesagt unseren rudimentären Presseverteiler.

00:08:39: Das hat also auch funktioniert, aber das Datenvolumen mit dem wir das gemacht haben – es war ein privates Datenvolum von irgendwelchen eigenen Handyverträgen, es wurden natürlich relativ schnell dann irgendwelche mobilen Hotspots irgendwo aufgestellt.

00:08:51: Es waren wirklich sehr, sehr basic die ersten Tage!

00:08:55: Man merkt plötzlich, wie unfassbar abhängig man davon ist dass das alles eigentlich da ist.

00:09:01: Also das war schon auch ein bisschen beängstigend.

00:09:03: Was wir auch hatten, das kann ich noch sagen, hätten wir jetzt mittlerweile nicht mehr.

00:09:07: Weil jetzt haben alle Internet-Telefonie... Wir hatten damals noch analoge Telefonien also wir hatten Telefone die funktionieren was eine große Erleichterung war.

00:09:14: Habt ihr bis zu diesem Zeitpunkt eure Social Kanäle schon für die Kommunikation auch so stark genutzt?

00:09:20: Also war das schon etwas etwas Geübtes.

00:09:22: oder habt ihr dann erst angefangen quasi auch das strukturell mit aufzubauen?

00:09:27: Nee!

00:09:27: Also die haben wir natürlich genutst.

00:09:30: Ja, wir haben unsere Pressemitteilung da eingestellt.

00:09:32: Das war jetzt nicht unser ... Wir diskutieren den lieben langen Tag mit der Öffentlichkeit über unsere Themen.

00:09:38: Twitter war ja damals und ist es sehr noch viel mehr vor allem, so hab ich's immer wahrgenommen in starkes Medium was Meinungsseher irgendwie bevorzugt.

00:09:46: Und da waren wir mit unseren Pressemitteilungen immer so ein bisschen unter Ferner liefen.

00:09:50: aber wir hatten dann auch einmal plötzlich sehr viel Zuspruch.

00:09:53: Ich glaube der Zuwachs, den wir vor allem bei Instagram bekommen hatten an Followerz-Hallen war schon auch sehr krass, weil das war tatsächlich auch damals schon unser Medium um vor allem mit den Studierenden zu kommunizieren.

00:10:05: und da haben wir dann immer sehr schnell einfach die neuesten Mitteilungen einfach ins Screenshot gemacht.

00:10:10: Und als Bildpost bei Instagram reingestellt.

00:10:14: also wirklich jetzt nicht besonders okay.

00:10:16: für diesen Fall hatten wird es alle schon professionell vorgedacht sondern wir haben einfach mit dem gearbeitet was dann gerade ging.

00:10:22: Es waren wirklich also Screenshots von meinem iPad, wo teilweise irgendwelche Wörter unterstrichen waren rot gekringelt.

00:10:27: Das hat man dann in den Kommentaren auch noch aus Rot geschmiert gekriegt.

00:10:31: Aber ist der Situation ja absolut angemessen?

00:10:34: Ist eine Notfalllage und man will kommunizieren ... Ja,

00:10:37: aber es hat funktioniert.

00:10:39: Spannend!

00:10:40: Und es gab ja auch letztlich, also du beschreibst das ja gerade keine wirkliche interne Kommunikation.

00:10:45: Also mit euren Studierenden habt ihr auf den gleichen Kanälen oder auf dem gleichen Kanal dann auch kommuniziert und ich glaube, Das

00:10:56: war die Zahl der E-Mail-Accounts, die aktiv waren und alle zurückgesetzt wurden.

00:11:00: Kann ich gerne bei Bedarf gleich noch mehr zu erzählen?

00:11:02: Nein genau wir hatten am Anfang keine interne Kommunikationsmöglichkeit bis die E-Maile konnten soweit wieder hergestellt waren dass wir auch über Rundmails wie da die Leute auf dem laufenden halten konnten.

00:11:12: Am Anfang die ersten zwei Tage hatten wir News Social Media wobei wir schon eigentlich an dem Montag gab es schon die erste Notfall Homepage wo wir alle Updates Und die FAQs auch relativ schnell dann eben online hatten, aber sehr rudimentäre Seite.

00:11:26: Am Anfang war das wirklich mit html, die wir gar nicht selber befüllen konnten, wo wir unsere Attila, die eigentlich genug anderes zu tun hat und dann auch noch mit unseren neuesten Updates ein bisschen genervt haben.

00:11:36: Aber es waren nur ein zwei Tage und da konnten wir wieder selber daran.

00:11:38: Kann man sich auf so eine Situation vorbereiten?

00:11:41: Wahrscheinlich auch nur ganz begrenzt, oder?

00:11:43: Also habt ihr irgendwelche Learnings draus gezogen dass man sagt okay Also was die Kommunikation noch angeht, dass man sagt okay wir haben wo ausgedruckt nochmal Presseverteiler liegen der alle halbe Jahr mal aktualisiert wird.

00:11:53: Okay zum Beispiel?

00:11:56: Ja das auf jeden Fall und ich habe das natürlich auch danach beobachtet weil natürlich alle von den Hochschulen natürlich sehr darauf bedacht waren sich auf genau diese Situation vorzubereiten und es wurden dann sehr ausgefeilte Notfall-Homepages überall gemacht.

00:12:09: Das kann ich nicht total nachvollziehen.

00:12:11: Ich kann aber aus der Erfahrung sagen, dass die Notfall-Homepage für uns ein eher kleineres Problem war weil wir am Anfang ja gar nicht abbilden mussten das die ganze Uni so da war wie immer sondern wir hatten erst mal genau dieses Thema.

00:12:22: übrigens Wir haben ein Problem hier sind unsere Telefonnummern.

00:12:25: Ja es ging alles sehr schnell.

00:12:27: also die Nachbarunni hat uns ausgeholfen mit einem Bereich wo wir eben ganz schnell eine Umleitung hinmachen konnten.

00:12:33: Dass wir alles da wie gesagt Presseverteiler gibt ist mir so ein bisschen zur Aufgabe gemacht, immer wieder zu sagen Krisenkommunikation ist schwer vorhersehbar.

00:12:43: Weil es einfach jede Krise so komplett anders ist und ich kann das verstehen dass man sich da absichern möchte und ich hatte auch auf einer Tagung mal eine Diskussion mit einem Kollegen der dann meinte naja das kann man ja leicht sagen wenn man einigermaßen Erfahrung hat und ungefähr weiß was in solchen Situationen zu tun ist wie man anrufen muss usw.

00:13:03: aber es gibt ja auch immer wieder junge Kolleginnen und Kollegen die eine gewisse Sicherheit brauchen für diese Situation und so einen kleinen Schritt-für-Schrittplan.

00:13:10: Aber ja, also für mich ist es eher im Gespräch bleiben alle relevanten Personen die wir da haben mit an den Tisch holen offen sein für neue Themen, die sich oft tun, die keiner vorher an konnte.

00:13:22: Also wir hatten so ein Thema.

00:13:24: Am zweiten Tag habe ich eine Nachricht bekommen von Instagram dass jemand versucht hat sich von außerhalb irgendwie einzuwählen in unseren Account Und wir haben natürlich gedacht okay das geht's auf der Ebene auch los.

00:13:36: Lassen wir uns doch schnell mal das Passwort zurücksetzen.

00:13:39: Ohne in dem Moment darüber nachzudenken, dass wir keine E-Mail hatten auf die wir dann zugreifen konnten... Ja!

00:13:44: Das Ende vom Lead war tatsächlich unser Instagram Account.

00:13:46: Unser mit einziges Nachhitenmedium, mit dem wir kommunizieren konnten, war dann gesperrt und es haben sich wirklich Kollegen ungefähr einen Tag lang erst mit dem Chatbot von Instagram und dann hatten wir irgendwann auch einen richtigen Menschen dran.

00:14:00: Es muss da am Ende dann aus Briefpapier der JTLU, ein Brief von unserem Präsidenten ausgedruckt werden und unterschrieben.

00:14:08: Den wir dann per screenshot hingeschickt haben bis wir dann irgendwann wieder Instagram hatten.

00:14:12: also das sind so Sachen die schreibt ja niemand in einen Notfallplan die können einer aber wirklich beschäftigen.

00:14:17: Ja diese generelle Offenheit dafür Krisenkommunikation ist ja nur ein Teil des Ganzen im Krisenmanagement jemand seine auch sehr schnell in der Lage ist Entscheidungen zu treffen.

00:14:26: Also das waren ja bei uns Entscheidungen wie Wir setzen die Fristen aus für bestimmte Dinge oder wir schreiben für potenzielle Arbeitgeber einen Brief, den Studierende oder Absolventinnen und Absolventen sich in ihre Bewerbungsunterlagen reinlegen konnten.

00:14:43: Von wegen ich komme gerade nicht an meine Zeugnisse, weil aus dem und dem Grund... Also das sind so Sachen, die relativ schnell dann irgendwann im laufenden Betrieb passieren, die ich aber extrem schwer finde voraus zu sehen, weil es am Ende doch wieder anders

00:14:54: kommt.".

00:14:56: Mit wie vielen Leuten habt ihr in dieser Situation gerade an der Kommunikation gearbeitet?

00:15:00: Das ist ja nichts, was eine oder zwei Personen wuppen.

00:15:03: Was du auch grad beschreibst das ist ja sehr umfangreich noch

00:15:07: Ja also wir waren damals noch ne sehr kleine Pressestelle wirklich auch eine pressestelle.

00:15:12: Aber es hat dann natürlich auch dazu geführt dass wir bei Sachen abstrichen gemacht haben.

00:15:15: Also die kommentarspalte bei facebook haben wir irgendwann einfach gesagt Facebook brauchen wir nicht mehr das frostet uns zu viel zeit

00:15:21: Das ist der sogenannte Pragmarfilter, der dann einmal rübergespissen wird.

00:15:25: Also ich würde mal vermuten dass das auch so eine Kernkompetenz ist die man mitbringen muss als Krisenkommunikatorin und dass man klar priorisiert

00:15:34: ja auf jeden Fall.

00:15:34: Und auch mal dann nein sagt es jetzt nicht so wichtig wir konzentrieren uns hier auch wie seid ihr aufgestellt Elisabeth?

00:15:41: Wie viele Leute hast du in deinem Team?

00:15:44: Ich habe insgesamt thirty- vier Kolleginnen Mitarbeiter Und wir haben tatsächlich ein Krisen-Themen, in dem bestimmte Funktionen auch redundant aufgestellt sind.

00:15:56: Inklusive eben auch Short Messenger Möglichkeiten, dass man sich auch am Wochenende erreichen kann – so Not!

00:16:02: Das sind natürlich einmal Pressesprecherfunktionen, müssen redundant da sein.

00:16:08: Social Media RedakteurInnen, WAP diese Funktion aber auch Medienresonanz also die Analyse von Medienresonnanz.

00:16:17: was ist alles da?

00:16:19: Und diese Funktion, wie gesagt haben wir doppelt.

00:16:21: Das heißt wir versuchen auch uns ab und zu so alle zwei drei Monate einmal kurz zu treffen und zu gucken was steht als nächstes an?

00:16:28: worauf können wir uns vorbereiten?

00:16:30: Ich bin da ganz bei Lisa.

00:16:31: Da braucht es nicht diese dicken Handbücher die man dann aufstellt oder eine Regeln oder Pfade sondern es braucht schon auch Erfahrung und Übung.

00:16:41: Und was wir machen hier ist, dass wir manchmal so Rollenspiele spielen.

00:16:45: Das geht manchmal wirklich ganz einfach!

00:16:46: Wir haben tatsächlich Lisa-Szenario einmal durchgespielt innerhalb von zweieinhalb Stunden zusammen mit den Kolleginnen vom Bedrohungsmanagement und der Chief Information Security Officer und die hat uns einmal durch so eine Situation durchgeführt und mit Papier und Bleistift alle Rollen einmal auszuüben – das war schon ganz lehrreich muss ich sagen an der Stelle.

00:17:08: So was kann man machen?

00:17:10: Weil, wie gesagt, dicke Handbücher die auf alle Eventualitäten vorbereiten.

00:17:15: Die kann man machen aber im akuten Fall bleiben sie liegen.

00:17:19: Wer hat Zeit in der Situation erst mal sechzig Seiten zu wälzen?

00:17:23: Ja!

00:17:24: Wichtiger ist das jeder weiß welche Rolle man hat und dass es tatsächlich auch nicht selbstverständlich.

00:17:29: Das bezieht ja auch die Leitungsebene mit ein.

00:17:33: Ja, das Sensibilisieren für solche Situationen ist ja meistens das was an solchen Tabletop-Simulation oder wie auch immer sie genannt werden, dann das Entscheidende ist.

00:17:42: Einmal in diesen Modus reinzukommen, wissend dass es kein Ernstfall ist aber trotzdem die Sachen unter einem gewissen Druck einmal durchzuspielen sich auf Kommunikationswege und auf einen gewissen Duktus zu einigen im Sinne von Es geht darum jetzt zum Punkt zu kommen.

00:17:59: Es müssen auch Entscheidungen getroffen werden.

00:18:01: Es muss auch Verantwortung übernommen werden und solche Dinge sich einmal anzuschauen glaube ich, ist immer eine ganz gute Idee.

00:18:09: Ich bin auch kein Freund von, ne?

00:18:11: Dann zieht man noch ein Ordner ausbeschrank und blättert erst mal!

00:18:14: Aber wir wissen ja alle wie wichtig es ist einmal das Laufen zu üben um dann halt im Ernstfall sicherlich trotzdem noch hin- und wieder zu stolpern aber sich vielleicht doch zu erinnern Ah da war das an der Stelle so, da müssen wir nochmal kurz rauf gucken

00:18:25: Genau.

00:18:26: Und was ihr eben gesagt habt die Priorisierung Die wird dann auch evident plötzlich.

00:18:32: Also ich kann das schon empfehlen.

00:18:33: Diese Übung, es klappt auch erstaunlich gut wie schnell dann auch das Adrenalin einschießt als wäre es tatsächlich dann so.

00:18:39: vielleicht nicht ganz so heftig aber man kann sich sehr gut in diese Szenarien reinfinden.

00:18:46: Ich würde gerne noch auf die Lage zu sprechen kommen, wie du uns noch mal rüber gegeben hast Besonders, wenn es so ganz, ganz multi-komplexe Lagen sind.

00:18:55: Wo es einmal interne große Erwartungshaltung gibt, externen große Erwartungshaltungen und das Kommunizieren müssen auch fast unmittelbar passiert.

00:19:05: Wie war das damals?

00:19:06: Magst du einmal kurz erzählen was da los war?

00:19:09: Ja, das Szenario an was wir jetzt denken ist immer ein bisschen ausholen.

00:19:14: Seit zwei Tausendvier gibt es die Albertos Magnus Professor an der Universität zu Köln eine sehr... sichtbare, wichtige auch zentrale Veranstaltung.

00:19:23: Wo jährlich eine Philosophin ein Philosoph eingeladen werden über wichtige aktuelle Themen mit uns zu diskutieren und das ist eine zentraler Angelegenheit wie gesagt und eine zentalen Angelegenheit auch des Rektors.

00:19:36: Und Ende zwanzig zweiundzwanzig wurde die Philosophine Nancy Fraser US-Amerikanerin Jünen eingeladene diese Professor wahrzunehmen.

00:19:47: Am siebten Oktober, zwanzig dreinzwanzig da war unser Rektor gerade ein paar Tage im Amt.

00:19:53: Also zum ersten Kamer.

00:19:55: Zum ersten Oktober wurde dann Israel von der Hamas terroristisch angegriffen und wir haben sehr schnell auch eine Stellungnahme herausgegeben dazu in Solidarität mit unseren vielen israelischen Partner-Einrichtungen und Universitäten.

00:20:13: Und ja, wir fuhren also sozusagen auf die Albertus Magnus Professur zu und im November wurde ein offener Brief publiziert mit dem Namen Philosophie for Palestine.

00:20:25: Der auch von Nancy Fraser mit vielen über vierhundert sehr prominenten Wissenschaftlerinnen unterschrieben worden ist in dem sich diese sehr klar für Palästina positioniert haben Israel ethno-suprematistische Tendenzen vorgeworfen haben, seit der Gründung.

00:20:45: Und insbesondere wurde aufgerufen, israelische Einrichtungen, akademische Einrichten und kulturelle Einrichtung zu boykottieren.

00:20:55: Das haben wir sehr spät gemerkt.

00:20:56: erst im März des darauf folgenden Jahres das Nancy Fraser unsere künftige Albertus Magnus Professorin diesen Brief unterschrieben hatte sehr auch kontrovers intern diskutiert.

00:21:10: Es gab dann einen Austausch mit Frau Fraser, in dem sie auch gefragt wurde ob sie sich vielleicht distanzieren möchte von den Aussagen so wie wir sie gelesen haben.

00:21:19: das ist nicht passiert.

00:21:20: es gab also keinen neuen Stand nach diesem Austausche und dann haben wir am fünften vierten vierundzwanzig die Absage der Professur verkündet.

00:21:30: Das war insofern ein für uns erst mal Gute Voraussetzungen, wir konnten das ja vorbereiten.

00:21:35: Also es kamen nicht so wie andere Krisen wirklich Stichwort Rakete aus heiterem Himmel sondern Wir konnten diese Stellungnahme vorbereiten.

00:21:43: Am selben Tag gab es eine andere Stellungname gegen diese Absage die von sehr sehr wichtigen und zentralen Philosophinnen SoziologInnen der kritischen Theorie unterschrieben worden sind aus Deutschland Aus den USA aus der ganzen Welt.

00:22:01: Und dann prasselte natürlich die Medienresonanz bei uns ein.

00:22:05: Kann man sich vorstellen, wir haben das auch zum großen Teil kommen sehen und es war doch sehr, sehr dicht.

00:22:12: Ich habe also in den Tagen wie gesagt, man macht tatsächlich nichts anderes Anfragen gehabt und auch noch mal Interviews vermittelt.

00:22:21: Natürlich hier in Köln

00:22:22: aber

00:22:23: viel wichtiger.

00:22:24: Stattanzeiger war da auch sehr kontrovers zu uns aufgestellt war auch nochmal ein Faktor, dann aber FAZ Deutschland, Funk, Tatszeit usw.

00:22:34: Wir hatten tatsächlich alle hier vor Ort den Spiegel und ich kann mich erinnern dass ich abends auf dem Weg in einen Restaurant, wir hatten eine private Verabredung noch mit meinem iPad an einem Mülltonner angelehnt Darstand und noch Presseanfragen beantwortet habe und auch nachher weiter im Restaurant soweit das eben ging, genau.

00:22:53: Wir haben die Stellungnahme so verfasst dass sie möglichst keine Fragen offen gelassen hat.

00:23:00: also es war ganz wichtig auch für uns zu sagen jeder Mensch bei uns kann Nancy Fraser einladen sowieso also jedes Institut Aber hier geht es um die zentrale Auszeichnung und Ehrung, inklusive Eintragungen ins goldene Buch usw.

00:23:17: der Universität als solche, die wir unter diesen Bedingungen nicht aufrechterhalten wollten.

00:23:23: Und das hat natürlich extern aber auch intern zu großen Kontroversen geführt.

00:23:28: Wir haben dann nochmal ein Zitat in unserer Stellungnahme ergänzt aus einem Mediengespräch wo noch mal deutlicher geworden ist dass es uns nicht darum geht, hier den Diskurs als solchen zu unterbinden sondern eben diese Ehrung vor diesem Hintergrund für uns nicht machbar war.

00:23:45: und dann haben wir das hatten wir auch gleich vorgestellt im Rahmen unserer veranstaltungsreihe Flagge zeigen.

00:23:51: Das ganze Thema nochmal intern hier für uns auf die Bühne gebracht.

00:23:56: Das heißt mit einer Diskussion an der sehr unterschiedliche Perspektiven auf dieses Thema auch zu Wort kommen konnten.

00:24:04: Das ist dann tatsächlich auch wichtig, hinten rum im eigenen Haus abzuholen.

00:24:10: Es war sehr, sehr wichtig also wie wir diese Aktion dann innerhalb der Universität und da gab es in der Tat auch Befürchtungen dass man jetzt insgesamt hier Meinungen kontroversen wie auch immer politische Statements unterbinden möchte.

00:24:26: das war nicht der Fall aber wir mussten deutlich dagegen argumentieren.

00:24:31: Aber es klingt für mich auch so, als ob ihr euch dieser Situation dann schon sehr schnell bewusst wart.

00:24:37: Ich habe mir das auch noch mal angeschaut und ich finde, dass ist eigentlich ein Lehrstück für Klarheit in der Kommunikation auch weil er ja sehr deutlich abgegrenzt hat.

00:24:46: also das hat für uns nichts mit der Redefreiheit zu tun aber es hat für us was mit der Ehrung auch zu tun.

00:24:52: Also da seid ihr sehr klar gewesen Und ich glaube das ist in so einer Situation Tatsächlich so ein Schlüssel.

00:25:00: Und wenn man sich dieser Dinge bewusst ist, im Vorfeld schon drauf einzugehen.

00:25:03: und so wie du sagst dann haben wir noch einen Zitat mit reingenommen um es zu verdeutlichen.

00:25:07: Ich finde da kann man sich auch dann in so einer Krisensituation auch nochmal die Zeit nehmen und muss sie auch sich nehmen Um genau das nochmal abzuwägen.

00:25:14: Das find ich ein sehr gutes Beispiel.

00:25:16: Ja Es war aber auch nochmal ganz wichtig diese interne Debatte darüber nochmal offenzuführen.

00:25:22: Da gab's wirklich sehr viele kritische Themen noch und Wortbeiträge dazu.

00:25:27: Man muss ja auch vielleicht noch mal ein bisschen die Zeit zurückdrehen, dass viel auf eine Situation, die insgesamt erhitzt war.

00:25:35: Erhitzte Diskussionen insgesamt an den Universitäten über den Naostkonflikt weltweit und da hat es natürlich auch gerade mit der neuen Hochschulleitung Empfindlichkeiten und Befürchtungen getroffen, dass es irgendwann hier eine Art von Känzelkultur geben wird, die hier etabliert wird.

00:25:54: Ab und zu hören wir das immer noch in Debatten oder in einzelnen Kommentaren unter unseren Social Media Post, dass dann das Thema wieder aus Tabel kommt.

00:26:06: Nachvollziehbar!

00:26:06: Aber wie gesagt was du sagtest Alexander die Klarheit ist tatsächlich hier ganz ganz wesentlich.

00:26:12: wenn man dann anfängt rumzuschwurbeln oder mit vielleicht oder einfach unterschiedliche Statements zu publizieren oder Interviews irgendwie nicht ganz sauber zu platzieren Dann kommt man wirklich in Toffelsküche.

00:26:25: Das kann ich gerne ergänzen, also gerade um diese Klarheit was die schriftlichen Statements angeht dass sie möglichst auch konsistent sind.

00:26:32: bei uns waren es die FAQ und die dann eben wortgleich über die Social Media Kanäle ausgespielt wurden.

00:26:39: das war der Grund warum wir letztendlich die Kommentarspalte so ein bisschen runtergefahren haben weil da viele Gerüchte entstehen wenn man nicht sofort hinterher geht Hat man eigentlich irgendwie sich zusätzlich mehr Arbeit geschafft, was eigentlich nicht nötig gewesen wäre?

00:26:52: Sondern wir haben tatsächlich immer gesagt übrigens hier geht es lang zu den FAQ und das was da drin steht gilt.

00:26:57: Das Verding ist ja so wichtig gerade in Krisensituationen weil man also ich mein mit dem Thema was Elisabeth hatte natürlich nochmal ganz anders weil dann bei jedem Wort man daher im Moment das Gefühl hat auf die eine oder andere Seite tritt man ins Fettnäpfchen.

00:27:12: insofern

00:27:13: Vielleicht kann ich da noch ergänzen, wir sind ja nicht allein auf der Welt und wir sind nicht die Bestimme über die Kommunikation sondern an dieser Stelle eben auch Dienstleisterinnen.

00:27:22: Und da hängt natürlich ganz viel davon ab was die Leitung selber sagt, was Direktor der Präsident, die Präsidentin dann sagt und wie sehr sie sich auch unter Druck gesetzt fühlen, dann von Äußerungen, die dann von außen kommen vielleicht?

00:27:36: Also wenn dann ein kritischer Medienecho kommt, dann kann das ja sein dass so manch einer wieder einknägt oder relativiert usw.. Das ist bei uns, ich kann das mal sagen.

00:27:45: So hat es und ich habe jetzt einen Rektor...das ist die selbe Person.

00:27:50: Okay.

00:27:51: Professor Mukhaji, der wirklich auch für Klarheit steht aber natürlich ist er da nicht der einzige Ich kann einfach nur sagen dann muss man wirklich sehr eng zusammenarbeiten sehr gut abstimmen und sehr stark auch dazu raten sich nicht durch kurzfristige Interventionen aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

00:28:10: Also diese Klarheit, das zieht sich natürlich auch eigentlich durch.

00:28:12: Ich habe gerade an die gedacht, die diese Kommunikation ja empfangen also von Medienvertreterinnen und Vertretern mal abgesehen.

00:28:18: Die befindet sich ja auch im Krisenmodus ne?

00:28:21: Wenn ich an die Studierenden denke, die auf einmal keine Zugriffe mehr haben oder sich nirgendwo einloggen können und gar nicht wissen wie es weitergeht unter Drückenfristen da muss man ja auch ganz klar und einfach sprechen und kommunizieren und schreiben.

00:28:34: Einfach damit dass auch ankommt in dieser emotionalen Situation vielleicht auch

00:28:38: Und wenn ich da ergänzt darf, ist es ja eine Zielgruppe die auch sehr Medienaffin ist und auf vielen Kanälen sehr schnell Informationen und vielleicht auch manchmal keine Fakten verbreitet.

00:28:48: Also ein Gefühl was ja noch mal zusätzlich dann glaube ich ne Herausforderung ist.

00:28:54: Bei uns ist es jetzt ein paar Jährchen her, das hat sich natürlich noch verstärkt.

00:28:58: Also gerade diese Studie-WhatsApp Gruppen wo man natürlich überhaupt keine Chance hat zu gucken was da eigentlich gerade diskutiert wird oder Snapchat ist auch nichts wo man als Uni irgendwie in die Kommunikation reingucken kann.

00:29:10: umso wichtiger ist es dabei so einen konsistenten Ort zu haben und immer wieder zu sagen wenn irgendjemand Fragen hat erstens da steht alles und zweitens da ist die Info Hotline wo man jederzeit anrufen kann.

00:29:21: Ich kann vielleicht noch mal erzählen von dem Krisenstab.

00:29:24: Gerade den ersten Tagen war es von der Organisation her so, dass wir im Krisenstaat zusammengesessen haben.

00:29:30: Es gab zwei.

00:29:32: Wir haben den IT-Krisenstabe wirklich machen lassen.

00:29:36: Die haben dann im Rechenzentrum geschaut was man tun kann?

00:29:39: Da saßen wir nicht mit dabei.

00:29:41: aber es gab nochmal diesen obergeordneten Krisenstarb beim Präsidenten Und wo die IT natürlich auch drin saß und es lief eigentlich immer gleich ab.

00:29:49: Es kam von der IT-Deibericht, dass und da ist das jetzt passiert, dass uns das System funktioniert wieder.

00:29:54: wir sind auf die und die Problematik gestoßen.

00:29:57: dann wurde relativ rasch entschieden und währenddessen haben wir schon getippt und geschrieben was wir so als nächstes verkünden können.

00:30:03: ich bin dann tatsächlich immer täglich hoch gelaufen in den Raum wo die Hotline saß und die wussten dann auch immer den neuesten Stand, hatten auch die FAQ.

00:30:11: Also das war wirklich was wo wir wirklich ganz eng gucken mussten.

00:30:15: dass ist das was wir heute raus geben konnten.

00:30:16: und alles was sich da ich kann mich erinnern was ich da geschrieben habe ging auch noch einmal kurz an die ganze Krisenstabsgruppe das jeder nochmal draufgucken konnte sagen könnte okay das passt so.

00:30:25: Da stehen wir dahinter da sind keine Fehler drin und dann geht das raus.

00:30:28: und dann konnten wir wieder die nächste Nachricht geben war für uns die Möglichkeit, das so ein bisschen im Griff zu behalten.

00:30:34: Was ich da... Natürlich kann man es nicht komplett unterbinden, dass irgendwelche Sachen rumgehen und die Runde machen, die nicht gut ankommen.

00:30:41: Also bei uns war's das Zurücksetzen der E-Mailpasswörter, die sich alle dann selbst vor Ort neu wieder abholen mussten.

00:30:50: Wir hatten riesige Schlangen von Menschen.

00:30:52: Damit haben wir es dann auch in die BBC Nachrichten geschafft von Menschen, die im Winter da standen vor der Tourenhalle vom Sportzentrum und dem Passwortbrief abgeholt haben.

00:31:01: Und das war auch der einzige Moment wo das gerade bei Facebook mal drohte in so einen kleinen Shitstorm zu kippen als wir verkündet haben.

00:31:09: So jetzt bitte nach Geburtstagengestaffelt vom ersten Semester bis zum Emeritus.

00:31:14: Es gibt keine Extravurste jeder und jede muss sich das jetzt da oben abholen.

00:31:19: Da ging es schon mal ein bisschen rund in der Kommentarspalte.

00:31:21: Und da habe ich auch gemerkt, was sowas mit einem Macht, wenn man komplett Schlafmangel und am Anschlag ist... Ich hab wirklich mich quasi bildlich gesprochen fast auf meine Hände setzen müssen um nicht irgendwie zurückzupöbeln weil ich so ungerecht fand!

00:31:38: Aber es hat sich relativ schnell von selbst erledigt.

00:31:41: Es haben dann auch andere runtergeschrieben, die können doch jetzt auch nichts dafür und dann kam auch irgendwann raus ist eigentlich ganz nett da oben in der Turnhalle wo man die Passportbriefe holt.

00:31:50: alle Menschen sind freundlich es lief Musik es gab Tee und das hat sich dann auch relativ schnell wieder gespiegelt.

00:31:57: aber dieser Moment wenn die Emotionen hochkochen und sich dann trotz Schlafmangel selbst im Griff zu halten das fand ich auch nochmal eine besondere Schwierigkeit.

00:32:06: Das ist total spannend, weil genau diese Frage habe ich die ganze Zeit schon im Hinterkopf.

00:32:10: Als Elisabeth es eben kurz beschrieb mit private Verabredungen in einem Restaurant und du lehntest dann an einer Mülltonne oder Häuserwand und hast noch Dinge geschrieben und auch währenddessen – Ich kenne das aus meinem privaten Umfeld sehr gut!

00:32:22: Was macht so eine Situation?

00:32:24: Also was passiert Schlafmangel?

00:32:26: Du hast es gerade beschrieben Lisa, der da natürlich dazu führt dass man anders ist als sonst.

00:32:30: aber das sind ja Auch nicht Sachen, die sind nach zwei Tagen vorbei.

00:32:34: Sondern es zieht sich auch.

00:32:35: und was macht das mit deinem Team?

00:32:37: Elisabeth wie geht ihr damit um?

00:32:39: Wie hältst du auch deinen Team dann also mal platt gesprochen bei der Stange?

00:32:43: Dass halt solche Sachen sag ich mal mental nicht zu einer Dauersituation werden.

00:32:49: Ja Nachfragen natürlich!

00:32:50: Also wie geht's euch damit?

00:32:51: Also gerade das Social Media-Theme, dass ja wirklich dann auch jede Menge Beschimpfungen abbekommt und sich dazu irgendwie verhalten muss.

00:33:01: Da ist bei uns halt immer die Maxime, dass wir das in der Gruppe oder eben auch bei mir dann abladen können.

00:33:06: Das ist logisch!

00:33:07: Wir verhalten uns aber auf Social Media auch so, dass sie relativ wenig kommentieren,

00:33:11: d.h.,

00:33:12: es kommen gar nicht in die Versuchung da irgendwie selber Antworten zu formulieren, sondern dafür haben wir diese Statements dann online und auf die verlinken wir – ja, das ist eine große Schutzbarriere auch -, dass wir uns da gar nicht im Diskurs begeben erst bzw.

00:33:25: nur immer wieder auf das Wording dann wieder verweisen.

00:33:28: dass dann möglichst eben auch alles enthält und keine Fragen mehr offen lässt.

00:33:33: Und wenn doch Fragen offen sind, ist es ja unsere Aufgabe wieder zurückzuspielen in den Krisenstab, in die Leitung – da ist noch was, das wir vielleicht noch klären sollten.

00:33:41: Da ist noch etwas beunruhigt wie auch immer.

00:33:44: Das ist ja auch unsere große Kompetenz.

00:33:47: Ist auch ein bisschen so einen Seismograph natürlich auch?

00:33:49: Das Feedback, was kommt, was kommunizieren wir vielleicht nicht ausreichend oder wo ...

00:33:54: Das ist natürlich auch der große Vorteil an den Social Media, dass du in Echtzeit im Grunde Stimmung abfängst.

00:34:01: Man darf nicht alles überinterpretieren das ist auch klar aber man merkt schon wo es dann wirklich piekst.

00:34:07: und ja also der Rückhalt untereinander ist natürlich ganz ganz wesentlich das ist klar.

00:34:12: für mich ist das so.

00:34:13: ich bin halt immer selbstkritisch.

00:34:14: uns gibt Situationen da kann man dem Medien gegenüber nichts sagen was man weiß beispielsweise wenn personenbezogene Daten im Spiel sind.

00:34:22: Ich habe nicht immer einen großen Wissensvorsprung, aber das finde ich schon belastend weil ich eigentlich so konditioniert bin dass sich Medienvertreter innen gegenüber freundlich zu vorkommend und auch hilfsbereit bin.

00:34:34: Und da wenn man mauern muss, das find ich sehr schwierig oder wenn so Kritik kommt wie im Schämt euch, wie in dem Fall von Nancy Fraser, dann kann es ganz deutlich raus Einfach ihr solltet euch schämen, ausgerechnet einer Jüdin diese Absage zu erteilen.

00:34:51: Es kam ein Brief ich glaube sogar handgeschrieben von einem Emeritus aus der New School wo sie lehrt.

00:34:57: Da stand drin How dare you?

00:35:01: Das geht schon auch unter die Hauten.

00:35:03: Man reflektiert dann immer wieder haben wir was falsch gemacht?

00:35:05: ist da irgendwas noch offen geblieben?

00:35:08: Das ist nicht ganz einfach, tatsächlich.

00:35:11: Oder habe ich auch persönlich jetzt was falsch gemacht?

00:35:13: Das geht permanent auch nachts dann rum!

00:35:15: Da hab' ich zu viel versprochen und zu wenig gesagt... Also das ist aber auch Typ-Sache.

00:35:21: Ich hab mich mittlerweile daran gewöhnt.

00:35:23: Ich finde es sehr gesund und auch sehr sympathisch so durchs Berufsleben zu

00:35:28: gehen.".

00:35:28: Denn das ist natürlich eine außergewöhnliche Drucksituation für euch und eure Kollegen.

00:35:33: Und man muss auch Mechanismen entwickeln, das kann natürlich sein, die immer dieser Self-Check wieder mit sich einzuchecken und sagen okay es trifft mich, warum trifft mir das so?

00:35:42: Ist der Vorwurf gerechtfertigt?

00:35:44: Nein ist er nicht!

00:35:45: Weil ich habe daran gedacht... Ich habe das bedacht wir haben das bedach oder auch ok nie stimmt das haben wir nicht bedacht.

00:35:51: dann kommunizieren wir's nochmal.

00:35:53: also ich finde

00:35:54: es sehr gesund.

00:35:56: Ich wüsste nicht, wie es anders gehen sollte.

00:35:58: Ja so wird man ja auch besser, dass man dann auch noch mal selbstkritisch reflektiert was passiert das beim nächsten Mal nicht nochmal passiert andererseits ist hat auch Vorteile.

00:36:07: also der langweilige Kramis weg vom Schreibtisch in der Situation Man wird so intensiv gebraucht wie nie.

00:36:13: Du bist da wirklich dabei mitten in den Gesprächen du hast ein Informationsvorsprung.

00:36:19: Also das Krisen wenn sie nicht wirklich lebensbedrohlich sind sag ich jetzt mal so können in der Hinsicht auch Spaß machen.

00:36:27: Es ist immer neu, wie Lisa schon gesagt hat.

00:36:29: Also es ist absolut nicht langweilig.

00:36:32: Das sind tolle Erfahrungen, die man macht, wenn's dann

00:36:35: funktioniert.".

00:36:49: Ja, es hat eine Bedeutung was man tut.

00:36:56: Die ganzen Fragen die reinkamen wir haben die sofort weitergegeben.

00:36:58: ich hatte meinen Kollegen im hrz also in welchen Zentrum der sofort wusste okay Ich habe eigentlich wichtige Dinge zu tun.

00:37:05: aber wenn die Pressstelle anruft weiß ich das ist wichtig und dann muss sich das beantworten.

00:37:09: Also dass das alles ineinander gegriffen hat.

00:37:10: Das war schon auch ein sehr belebenes Gefühl Und ich weiß noch Es gab ja auch im Krisenstab wie's öfter mal so ist dann auch wirklich so'n Es war ja nicht nur Trübsal.

00:37:20: also ich weiß Noch dass von der IT dann die Ansage kam Wir wissen nicht, ob wir die E-Mail-Konten wiederherstellen können.

00:37:28: Und ich bin ja wirklich so eine, dass sich sehr viele wichtige Infos in meinem Outlooks ein bisschen horte und ... Ich weiß das mal kurz einfach Schock in der Runde war und alle ganz unglaublich geschaut haben.

00:37:38: und dann meint der Vizepräsident, der ist schon vorher von der IT gehört hat, meinte Ja, so habe ich auch geguckt!

00:37:43: Dann hab' ich gedacht endlich räumen wir meinen Postfach

00:37:45: auf!

00:37:48: Natürlich war irgendwann alles wieder da.

00:37:49: es hat aber noch lange lange viele Wochen gedauert Aber es war dann auch relativ schnell klar, dass sie irgendwann wiederkommen die Dinge.

00:37:57: Man hat einfach ganz viele Dinge nicht irgendwelche langweiligen Terminankündigungen oder was auch immer es da so gibt wo man einfach mal guten Gewissens sagen konnte sorry Leute haben wir gerade keine Zeit für.

00:38:08: Ich kann mich erinnern das als kurz nach Corona war, dass das ganz viele aus unserem Kollegenkreis gespiegelt haben, dass es durchaus etwas Belebendes hatte.

00:38:16: und Ja, es ist komisch.

00:38:18: Weil wie gesagt ich immer auch quasi dreimal auf Holz klopfen muss dann jedes Mal und denke nein, ich will das

00:38:23: trotzdem

00:38:25: nicht wieder so schnell

00:38:26: genau.

00:38:27: Ich glaube, dass sind schöne Schlussworte.

00:38:29: Krisenkommunikationen ist extrem fordernd, extrem anstrengend aber auch extrem sinnstiften-und befriedigend.

00:38:35: Kann man das sagen?

00:38:36: Würde ich unterschreiben ja

00:38:37: Wenn's gut geht

00:38:40: Davon gehen wir jetzt einfach aus.

00:38:42: Ihr Lieben damit sind wir schon am Ende wenn ich mal so auf die Uhr gucke.

00:38:46: Vielen, vielen Dank an den ganz, ganz ehrlichen Einblick in eure Arbeit und dass ihr so ein bisschen aus dem Nähkästen geplaudert habt.

00:38:52: Danke schön!

00:38:52: Danke euch!

00:38:53: Danke hat Spaß gemacht.

00:38:56: Ja wir haben wirklich einen ziemlich großen rohen Umschlag gemacht glaube ich.

00:38:58: Es war sehr spannend.

00:39:00: Alexander magst du mal versuchen zusammenzufassen was nehmen wir heute aus dem Deep Tive besonders mit außer vielleicht zieht euch Backup von euer Pressekontakt.

00:39:09: Also ich fand beide Gesprächspartnerinnen super inspirierend.

00:39:12: also Die Cases sind natürlich für uns als Journalistinnen auch immer sehr spannend, wenn ich das mal so frame darf.

00:39:21: Beide haben ja einen Umgang auch mit dieser Situation und vor allem, da knüpfe ich an den Schluss an diese mentale Belastung dabei nicht außen vorzulassen.

00:39:30: Auch in der möglichen Vorbereitung auf so eine Case ist finde ich ein ganz wichtigen Punkt.

00:39:35: Und Elisabeth hat es so schön gesagt, ne?

00:39:37: Ich bin für mein Team auch da!

00:39:38: Ich bin ansprechbar...ich frage wie's ihn geht.

00:39:41: Das find' ich ein Ganz wichtiges Thema weil bei der Cyber-Attacke beispielsweise das ist ja nichts was morgen vorbei ist sondern das beschäftigt die Menschen Vor allem auch die Kommunikatorinnen dann über Wochen hinweg.

00:39:53: Und es ist über Wochen eine ziemlich starke Belastung und Anspannung, und das ist glaube ich für mich so ein wichtiger Punkt.

00:40:01: nochmal neben all der Vorbereitung, die für solche Situationen möglich ist und bei aller Transparenz und bei all der Kommunikation das Thema Mensch also die Menschen, die sich mit so einer Krisenkommunikation beschäftigen tatsächlich stark in den Fokus zu nehmen.

00:40:17: Ein anderer Aspekt den ich daraus mitnehme Man kann Dinge durchaus gut vorbereiten und Elisabeth hat das ja auch gesagt, so Szenarien zu simulieren.

00:40:27: Sich das anzuschauen wie würden wir damit umgehen?

00:40:31: Wie sind wir aufgestellt?

00:40:33: Sowas muss nicht ausufern.

00:40:34: aber das passt auch so zum meiner Erfahrung dass man einmal sich hinsetzt und tatsächlich nicht nur durchdenkt sondern auch einmal kurz durchspielt.

00:40:44: Das muss keine Tagesveranstaltung werden, sondern wo es um Kommunikationswege, um schnelle Abstimmung auch um schneller Entscheidungsfindung geht und dabei auch so diese Kette der Beteiligten also Stakeholder sich anzuschauen.

00:40:59: Und wir haben ja gehört bei so einer IT-Geschichte sind halt auch, keine Ahnung, thirty five tausend Studentinnen mit involviert plötzlich.

00:41:08: Also zu denen muss ich auch kommunizieren.

00:41:10: und wie tue ich das wenn nicht keine E-Mails mehr verschicken kann?

00:41:14: Das ist schon ein Szenario wo sich es lohnt einmal im Vorfeld vielleicht darüber nachzudenken, weil gerade Cyberattacken sind ja nun etwas woran wir uns leider natürlich auch ein Stück weit gewöhnen mussten.

00:41:26: Im Sinne von das ist nicht ausgeschlossen dass solche Dinge auch wieder passieren.

00:41:30: und da es ist auf jeden Fall eine gute Idee das einmal durchzuspielen vielleicht auch mit einer klaren Retro was hat nicht funktioniert.

00:41:39: wo müssen wir künftig darauf achten um da einfach auch ne Professionalität in den Moment rein zu bekommen komplett los zu sein und völlig überfordert mit, wo fangen wir denn an?

00:41:50: So.

00:41:51: Genau!

00:41:51: Und ein letzter Punkt den ich mir auch noch notiert habe.

00:41:55: eigentlich sind zwei Punkte muss ich gestehen.

00:41:58: also wir einigen uns auf drei A und drei B. Ina ja

00:42:01: okay

00:42:01: Ich hab einen Punkt hier.

00:42:02: ich habe mir ziemlich oft Krisenstab aufgeschrieben als kleinen Stichpunkt und beide haben es ja auch gesagt diese Rollen die es dann braucht in so einer Situation und das ergibt sich letztlich vielleicht auch aus einer Tabletop Simulation dass man klar über die Rollenverteilung gesprochen hat.

00:42:18: Also wer ist die Person, die nach außen spricht?

00:42:21: Wer kümmert sich um welchen Kanal das da einfach ja die Aufgaben verteilt sind aber auch letztlich sichergestellt ist dass nichts runterfällt von den Kanälen als Ansprechperson für Medien und so weiter und sofort und natürlich wenn man großes Team hat ist man in der vorteilhafteren Situation da auch eine Redundanz mit einzubauen.

00:42:41: Das muss einmal im Vorfeld klar sein, dass man nicht dann anfängt zu überlegen was müssen wir da noch und wer könnte?

00:42:47: Sondern das man so ein grobes Szenario im Kopf hat.

00:42:50: Und mein drei B-Punkt ist eigentlich der, der auch auf meiner Liste jetzt ganz oben steht Geschwindigkeit und Transparenz.

00:42:58: Transparens im Rahmen des möglichen.

00:43:00: Elisabeth hat es auch angesprochen.

00:43:01: Es geht manchmal halt nicht komplett.

00:43:04: Das heißt eine radikale Transpärenz wird es in bestimmten Situationen nicht geben können.

00:43:08: Und Geschwindigkeit meint nicht sofort auf etwas reagiert zu haben, aber in dem Fall wo ich nicht sofort reagieren kann zu sagen okay.

00:43:16: Ich weiß da ist etwas und in dreißig Minuten drei Stunden wann auch immer gibt es von uns dazu ein Statement.

00:43:23: also nicht einen komplett luftleeren Raum entstehen zu lassen ein kommunikatives Vakuum entstehen to lassen sondern tatsächlich ja alle Beteiligten mit so einem Statement abzuholen, nicht hin zu halten sondern klar zu kommunizieren.

00:43:36: und vielleicht heißt dieser Punkt dann tatsächlich Klarheit.

00:43:38: Und gar nicht so Geschwindigkeit, Klarheit und Transparenz.

00:43:41: Klarheit, ne?

00:43:42: Wie du immer schön auch gesagt hast es gibt es nicht dass man nicht kommuniziert.

00:43:45: aber wenn man nicht komuniziert, kommuniziert man.

00:43:47: Auch in so einer Situation natürlich!

00:43:49: Absolut

00:43:50: So.

00:43:50: Also ich hab mir noch viele weitere Dinge auch nochmal notiert und man sieht ja halt, wenn das halt Menschen aus der Praxis die auch echt irgendwie Krisen in einer Flughöhe so oft erlebt haben.

00:44:01: Wie viel Erfahrung eigentlich da ist?

00:44:03: Und wieviel Learningsmann daraus ziehen kann dann wiederum was halt aus der praxis kommt und nicht aus dem Handbuch im Schrank.

00:44:14: Ganz genau.

00:44:14: Vielen lieben Dank, dass du noch mal für uns ein bisschen zusammengefasst hast und ein bisschen analysiert hast!

00:44:18: Das war sie Folge.

00:44:20: vierundzwanzig von InSight Hochschulkommunikationen, von Expertinnen für Expertinnen rund um Kommunikation PR, Marketing & Digitalisierung an Hochschulen- und Forschungseinrichtungen.

00:44:32: Powered by Bundesverband Hochschulkommunikation und Mandarin EdTube.

00:44:35: Wenn euch die Folge gefallen hat dann teilt Sie gerne in euren Netzwerken.

00:44:39: sagts weiter und lasst uns eine Bewertung da.

00:44:41: Alle Infos und auch noch mal links zu den heute besprochenen Fällen findet ihr wie immer in den Shownotes.

00:44:47: Danke fürs Zuhören!

00:44:48: Und nicht bis in vierzehn Tagen, sondern bis zum dritten September.

00:44:52: da hören wir uns erst wieder.

00:44:53: Wir gehen mit einer kleinen aber feinen Sommerpause.

00:44:57: Lasst es euch allen gutgehen.

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